Projekt Kleingarten-Kita Blaupause

Die Kleingarten-Kita ist ein naturpädagogisches Betreuungs- und Bildungskonzept, das Kinder von der Krippe bis ins Grundschulalter begleitet. Es handelt sich nicht um ein Ausflugskonzept, sondern um eine voll integrierte Betreuung im Kleingarten, eine Art Waldkindergarten im Kleingarten. Das Konzept steht in vollem Einklang mit den Prinzipien des Kleingartenwesens.

Diese mit einer Vielzahl von Expert:innen erstellte Blaupause beantwortet alle wesentlichen baurechtlichen, vereinsrechtlichen und pädagogischen Fragen. Ein nächster Schritt ist die konkrete Umsetzung des Konzeptes vor Ort.

Altersstruktur

Die Kleingarten-Kita ist ein innovatives Konzept, das sich derzeit im Aufbau befindet. Schon heute verfolgen wir das Ziel, Kindern im Alter von 6 Monaten bis 14 Jahren ein durchgängiges, altersgerechtes Betreuungsangebot zu ermöglichen. So entsteht ein ganzheitliches Modell, das flexibel auf die unterschiedlichen Bedürfnisse von Kommunen, Trägern, Kleingartenvereinen und Eltern reagiert und sich an lokale Gegebenheiten anpassen lässt.
Alle Altersgruppen sind durch einen gemeinsamen pädagogischen Ansatz verbunden, unterscheiden sich jedoch in der konkreten Umsetzung.

  • Die jüngsten Kinder benötigen Schutz, Nähe und verlässliche Strukturen. In geschützten, ruhigen Bereichen, mit beheizten Innenräumen und Rückzugsorten sowie durch intensive Betreuung und Bindungsarbeit schaffen wir einen sicheren Rahmen für erste Naturerfahrungen. Der Kleingarten wird dabei behutsam als sinnlicher Erfahrungsraum erschlossen.

    Für Kinder unter 3 Jahren sind darüber hinaus zusätzliches Personal und eine entsprechende Ausstattung erforderlich. Dies ist in den jeweiligen Landesgesetzgebungen für Kindertagesstätten geregelt und gilt selbstverständlich auch für die Kleingarten-Krippe. Aus unserer Sicht sind eine separate, beheizbare Laube oder ein geeigneter Raum im Vereinsheim zentrale Voraussetzungen für die Betreuung jüngerer Kinder. Ebenso wichtig ist ein altersgerechter, abgetrennter Bereich auf der Parzelle. Unter diesen Rahmenbedingungen halten wir eine Betreuung von Kindern ab 6 Monaten für gut umsetzbar.

  • Im Kindergartenalter stehen spielerisches Entdecken, Selbstständigkeit und gemeinsames Lernen im Mittelpunkt. In eigenen Kita-Parzellen, ergänzt durch wettergeschützte Rückzugsorte, etwa in einer Kita-Laube oder einem sanierten Vereinsheim, schaffen wir einen verlässlichen Rahmen für vielfältige Bildungs- und Erfahrungsprozesse. Der Alltag ist geprägt von spielerischem Lernen, ersten gärtnerischen Tätigkeiten, Bewegung und sozialem Miteinander. Der Kleingarten wird dabei zum lebendigen Lernort, an dem die Kinder beobachten, gestalten und ihre Umwelt aktiv erkunden.

  • Im Schulkindalter stehen Selbstständigkeit, Verantwortung und Mitgestaltung im Mittelpunkt. In einem strukturierten und zugleich offenen Umfeld, ergänzt durch wettergeschützte Rückzugsorte wie Lauben oder geeignete Räume im Vereinsheim, schaffen wir einen Rahmen für eigenständige Projekte und naturnahe Betreuung in Randzeiten. Die Kinder planen und pflegen eigene Beete, erwerben praktische Fähigkeiten und Alltagskompetenzen und lernen durch Tun sowie durch Zusammenarbeit.

    In der Kleingarten-Schulkindbetruung für Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren entsteht ein Raum für Engagement, Verlässlichkeit und echte Beteiligung an der Gemeinschaft. Viele der Kinder bringen bereits Erfahrungen aus der Kleingarten-Krippe, Kleingarten-Kita oder aus dem familiären Umfeld mit, etwa durch Eltern oder Großeltern im Verein, und kennen die Abläufe und den Jahresrhythmus des Gärtnerns. Diese Vertrautheit bietet eine ideale Grundlage, um Verantwortung zu übernehmen und den Kleingarten aktiv mitzugestalten.

    Für die Kleingarten-Kita und ihr pädagogisches Angebot hat der Hort zusätzliche Vorteile. Augenhöhe, Beteiligung und partnerschaftliche Selbstorganisation lassen sich mit älteren Kindern gerade in Bezug auf die Anbauplanung und Umsetzung noch einmal ganz anders leben. Die Verschränkung von Hort und Kita eröffnet damit auch den jüngeren Kindern frühe Beteiligung an gemeinschaftlichen Entscheidungsprozessen und lässt die älteren Kinder in verantwortliche Rollen der Selbstorganisation wachsen.

    Die Kleingarten-Schulkindbetreuung kann eigenständig geführt oder an eine Kleingarten-Kita angegliedert sein.

 

Generationsübergreifendes Betreuungskonzept

Kleingartenanlagen sind ein Schmelztiegel unterschiedlicher sozialer, kultureller und geografischer Herkünfte. Diese Vielfalt ist ein Bildungspotenzial, welches wir in der Kleingarten-Krippe, -Kita und -Schulkindbetreuung aktiv bündeln möchten.

Die Kleingarten-Krippe, -Kita oder -Schulkindbetreuung versteht sich nicht als isolierte Einrichtung innerhalb der Kleingartenanlage, sondern als Teil des sozialen Lebens im Kleingartenverein. Sie soll sich bewusst für das Gemeinwesen öffnen und aktiv zu diesem beitragen. Daher ist die Einbindung der Vereinsmitglieder ein zentraler Bestandteil des Konzepts.

Eltern, die bereits Mitglied im Kleingartenverein sind, können dabei wichtige erste Ansprechpartner:innen für die Kleingarten-Krippe, -Kita oder -Schulkindbetreuung sein. Haben sie Kinder im Alter von 6 Monate bis 14 Jahren, können diese im Rahmen des Betreuungsangebots begleitet werden.

Ergänzend ermöglicht ein internes Ausflugskonzept innerhalb des Vereinsgeländes den direkten Kontakt zwischen den Kindern und Vereinsmitgliedern. So entsteht ein lebendiger Austausch zwischen den Generationen und ein gelebtes Miteinander im Kleingarten.

  • Die Kleingarten-Krippe, -Kita und Schulkindbetreuung deckt alle Bildungsbereiche ab, die auch in herkömmlichen Einrichtungen vermittelt werden. Der Unterschied liegt in der Art der Vermittlung. Einige der wichtigsten Werte, die wir unseren Kindern mit auf den Weg geben können, sind Umweltbewusstsein und Naturverbundenheit. Das ist der Schwerpunkt, den wir uns setzen. Kinder, die die Schönheit der Natur zu allen Jahreszeiten erlebt haben, verstehen, warum wir sie bewahren müssen. Kinder, die gesehen haben, wie der Garten erblüht, wissen warum wir das Sterben der Bienen verhindern müssen. Kinder, die selbst erlebt haben, wie viel Zuwendung eine Tomate braucht, bis sie auf ihrem Teller landet, gehen verantwortungsbewusst mit Lebensmitteln um.

    Die Kleingarten-Einrichtungen verankert die Bedeutung der Natur tief im Verständnis der Kinder. Diese wachsen zu zukünftigen Entscheidungsträger:innen unserer Gesellschaft heran und können auf dieser Grundlage einen wirksamen Beitrag zum Natur- und Klimaschutz leisten. 

  • Das Betreuungskonzept sieht vor, dass sich alle Kinder hauptsächlich im Freien aufhalten. Durch den ganztägigen Aufenthalt der Kinder im Freien können die Kinder ihren natürlichen Bewegungsdrang ausleben und prägende Sinneserfahrungen sammeln. Die Folge: physisch und seelisch gesündere, ausgeglichenere Kinder mit gestärktem Selbstvertrauen. Ein weiterer positiver Aspekt ist, dass die Kinder lernen mit der Natur und den Jahreszeiten zu leben und ein tiefes Verständnis für ihre Umwelt entwickeln.

    Solange die Wetterlage es zulässt, wird also draußen gespielt, gekocht, gegessen und gegärtnert. Bei widrigen Wetterverhältnissen dienen Lauben oder das Vereinsheim als Unterschlupf. Für den Mittagsschlaf stehen den Kindern geschützte Schlafmöglichkeiten zur Verfügung. Auch diese können sich entweder in den Lauben oder im Vereinsheim befinden. Überdies besteht im Sommer die Möglichkeit, den Mittagsschlaf nach draußen zu verlagern.

  • Die Kleingarten-Krippe, -Kita oder Schulkindbetreuung bietet Betreuungszeiten, die auf die Bedürfnisse der Familien zugeschnitten sind, auch ganztägig. Damit verbindet sie naturnahe Pädagogik mit familienfreundlichen und flexiblen Betreuungszeiten. Eltern, die ihre Kinder in eine Kleingarten-Einrichtung geben, können somit einer Vollzeitbeschäftigung nachgehen, ohne sich um die nachmittägliche Betreuung sorgen zu müssen. Die Hauptbetreuungszeit der Kleingarten-Kita beginnt beispielsweise um 7:30 Uhr und endet um 16:30 Uhr.

  • Alle Menschen haben das Recht auf Entwicklung und Teilhabe an der Gemeinschaft. Dafür werden Rahmenbedingungen so gestaltet, dass alle Kinder entsprechend ihrer individuellen Voraussetzungen gleiche Bildungschancen haben. Zur Teilhabe zählt auch ein Recht auf aktive Beteiligung an allen Entscheidungen, die die Kinder betreffen. Die Natur bietet dabei Raum für selbstständiges, freies Spiel, in dem sich das wachsende, entdeckende und nachahmende Kind allein und in Gemeinschaft bewegen und erleben kann. 

    Gerade für Kinder mit Beeinträchtigungen bieten Kleingarten-Einrichtungen und Natur ideale Möglichkeiten, sich gut zu entwickeln. Die Natur bietet die Möglichkeit, vielfältige Erfahrungen über die Sinne zu sammeln. Fühlen und Spüren (Struktur, Oberflächen, Wärme, Kälte, Nässe, ...) sind vom Kopf bis in die Fußspitzen möglich. Alle Sinnesorgane werden in der Auseinandersetzung mit der Natur angesprochen. Das verschafft den Kindern ein großes Repertoire an zentralen Primärerfahrungen. Für uns ist es folglich richtig, sogenannte „Integrationsplätze“ für Kinder mit Behinderungen anzubieten. 

Die Kleingarten-Krippe, -Kita und -Schulkindbetreuung, profitiert von der Gemeinschaft und der Vielfalt der Kleingartenanlage. Das Bildungsangebot wird durch andere Parzellen, mit unterschiedlicher Bepflanzung und Kompetenzen der Pächter:innen bereichert. Das Ziel ist die Kinder und Kleingärtner:innen zusammen zu bringen. Es wird eine lebendige Gemeinschaft geschaffen, mit gegenseitiger Bereicherung und Unterstützung. Jung und Alt kommen zusammen, lernen und profitieren voneinander.

Der Vorschlag ist hierbei, dass einige Vereinsmitglieder bis zu zehnmal im Jahr zu Gastgeber:innen für Kleingruppen von 5-8 Kindern auf ihren eigenen Parzellen werden. Diese Quote ist gut erreichbar, da viele der Eltern selbst Mitglieder sein werden.  Diese Ausflüge führen zusätzlich zu einer Entlastung der Basisparzelle. Der wesentliche Vorteil des direkten Einbezugs der Eltern und Pächter:innen ist der Kontakt untereinander. Mit diesem Ausflugskonzept entsteht Kontakt zu rund 25 bis 35 Prozent aller Pächter:innen, der leicht eine verlässliche ergänzende Laien- und Randzeitenbetreuung ermöglicht.

Kleingärtner:innen könnten durch ihr Engagement in der Kleingarten-Krippe, -Kita oder -Schulkindbetreuung in einem zusätzlichen Betätigungsfeld ihre obligatorischen Gemeinschaftsstunden erbringen. Die Verknüpfung mit nahegelegenen Schulen ist insbesondere für die Vorschulkinder der Kleingarten-Kita sowie für die Kinder der Schulkindbetreuung wichtig. Hierfür sollte eine enge Zusammenarbeit und Abstimmung zwischen beiden Institutionen entstehen. So könnten beispielsweise Ausflüge von Schulen in die Kleingartenanlage stattfinden, um auch andere Kinder an das naturnahe Konzept heranzuführen.

Ergänzt werden könnte dieses Konzept durch eine Zusammenarbeit mit Seniorenresidenzen und Seniorenheimen. Dort könnten die Kinder ihre Ernteerfolge vorbeibringen, mit den Bewohner:innen in Kontakt kommen und von deren Erfahrungen und Tipps profitieren. Von diesem generationsübergreifenden Konzept würden alle Seiten profitieren. Das Ausflugskonzept innerhalb der Kleingartenanlage würde so durch Aktivitäten außerhalb der Anlage ergänzt und den Erfahrungshorizont der Kinder erheblich erweitern.

Räumlich strukturelle Analyse der Kleingartenanlagen 

Ein Kleingarten ist eingezäuntes Land, das als Garten genutzt wird. Es ist laut § 1 Abs.1.2 Bundeskleingartengesetz ein Garten, der „in einer Anlage liegt, in der mehrere Einzelgärten mit gemeinschaftlichen Einrichtungen, zum Beispiel Wegen, Spielflächen und Vereinshäusern, zusammengefasst sind“.

Kleingartenanlagen sind unterschiedlich gewachsen oder wurden im Rahmen einer Gesamtkonzeption entworfen und gebaut. Daraus ergeben sich unterschiedliche Organisationsformen. Diese Voraussetzungen zu betrachten, ist wichtiger Bestandteil der räumlichen Planung einer Kleingarten-Einrichtung. Die Form und die Ausstattung der Kleingartenanlage gibt entscheidend vor, welches Szenario der Kleingarten-Krippe, -Kita oder -Schulkindbetreuung realisierbar sind.

Kleingartenkolonien sind in ihren Anfängen häufig ohne Gesamtkonzeption gewachsen. Entstanden sind beliebig zusammengesetzte Gärten, die kein gerichtetes Wegesystem aufweisen. Es gibt häufig keine Gemeinschaftsbereiche und keine baulichen Gemeinschaftsstrukturen wie Vereinsheime.

Die Entstehung erster Kleingartenflächen in Sachsen war von großer Bedeutung, da der Gedanke der Kleingartenanlagen zum ersten Mal einer Gesamtkonzeption folgte. Charakteristisch dafür war ein Kinderspielplatz im Zentrum, der von Beeten umrahmt war. Die Idee eines Gemeinschaftsbereichs im Zentrum war im Laufe der Geschichte Anlass, willkürlich gewachsene Anlagen gestalterisch aufzuwerten. Darüber hinaus wurden neue formale Gärten im Zuge geplanter Stadterweiterungen entworfen. Diese sollten die Volkspark- und Kleingartenidee vereinen.

Daraus entstanden Dauerkleingartenanlagen mit einer gestalterischen Gesamtkonzeption von aneinander gereihten Einzelgärten. Die Gärten bestanden in der Regel aus einer Laube, die als Lager- oder Aufenthaltsraum genutzt wurden und Anbau- und Wiesenflächen. Diese wurden häufig über eine klare Wegestruktur, mit orthogonalem radialem oder ringförmigem Raster und Gemeinschaftsflächen miteinander verbunden. In diesem Zuge entstanden in vielen Kleingartenanlagen auch bauliche Anlagen die als Treffpunkt für die Vereinsgemeinschaft gedacht waren. Die Vereinshäuser befinden sich in der Regel im Zentrum der Anlagen.

 

Szenarien der Kleingarten-Einrichtungen

Kleingarten-Kita und -Schulkindbetreuung mit Lauben

Ein mögliches Szenario ist eine große Gartenparzelle mit Lauben. Wir planen, dass 15-25 Kinder auf einer Parzelle von 350 bis 500 m2 betreut werden können. Das entspricht ungefähr der Fläche eines Basketballfeldes. In der Regel sind die Parzellen in Kleingartenanlagen kleiner. Je nach Kleingartenordnung müssten dafür zwei bis drei Parzellen zusammengelegt werden. Rund die Hälfte des Bereichs ist als Anbaufläche zur Selbstversorgung eingeplant.

In vielen Kleingartenvereinen sind zusätzlich Spielplätze und/oder weitere Freiflächen vorhanden. Diese können von der Kleingarten-Kita und -Schulkindbetreuung mitgenutzt werden.  Auf jeder Gartenparzelle kann eine bis zu 24 m2 große Laube errichtet werden. Anzahl und Größe der Lauben richtet sich nach der Gruppengröße der Kinder und nach der Verfügbarkeit von Räumlichkeiten im zentralen Vereinsheim. 

Für eine Gruppe von 15 bis 20 Kinder sollten zwei bis drei Lauben, mit einer Gesamtfläche von ca. 70 m2 zur Verfügung stehen. So könnte eine Kleingarten-Krita und -Schulkindbetreuung den rechtlich bindenden Flächenbedarf pro Kind von 2,5 m2, der für eine Ganztagesbetreuung benötigt wird, bereitstellen. Um ein ausgewogenes Verhältnis von Kleingärtner:innen und Kindern zu gewährleisten, rechnen wir mit je 100 bis 150 Parzellen, wobei nie mehr als drei Gruppen in einem Kleingartenverein betreut werden sollen. Die Betreuung von mehr als drei Gruppen würde die Flächen zu intensiv beanspruchen und wäre damit nicht im Sinne einer nachhaltigen Nutzung der Natur. Daraus ergibt sich eine ungefähre Anzahl von 15 bis 75 Kindern pro Anlage.

Dieses Szenario ist unter verschiedenen Gesichtspunkten zu präferieren.

Die ideelle Zielsetzung der Kleingarten-Kita und -Schulkindbetreuung ist die Vermittlung von Naturkreisläufen. Das passiert draußen. Daher ist unser Hauptszenario eine Gruppenstruktur auf Parzellen mit zweckmäßigen Lauben.

Diese räumliche Organisationsform bietet hohe Flexibilität in der Anwendung. Mit dem Entwurf modular anzupassender Lauben lässt sich der Bau der Räumlichkeiten in ökologischer, ökonomischer und zeitlicher Hinsicht optimieren. Dabei ist nicht entscheidend, ob die Kleingartenanlage ein Vereinsheim hat oder ob sonstige Gemeinschaftsflächen vorhanden sind.

Für eine Ganztagsbetreuung in einer Kleingarten-Kita oder die Vor- und Nachmittagsbetreuung von Schulkindern bedarf es nicht zwingend eines Vereinshauses. Die Raumanforderungen von 2,5 m² pro Kind für eine Gruppengröße von etwa 15 Kindern lassen sich auch in zwei bis drei Lauben realisieren.

Sollte eine Gruppe für Kinder im Krippenalter integriert werden, ist es von Vorteil vorhandene Räumlichkeiten eines Vereinshauses nutzen zu können. In diesem Fall werden höhere Anforderungen an den sanitären Bereich, sowie die Aufenthalts- und Ruheräume gestellt. Diese sind nicht durch die alleinige Nutzung der Lauben zu erfüllen.

Die Planung der Entwürfe erfolgte i. d. R. unter der Annahme, dass nur Lauben als Baulichkeiten genutzt werden. Diese Ausgangssituation bringt große bauliche und architektonische Herausforderungen mit sich, ermöglicht jedoch eine Umsetzung der Kleingarten-Kita und -Schulkindbetreuung in allen Kleingartenanlagen.

Kleingarten-Krippe, -Kita und -Schulkindbetreuung mit Vereinshaus

In einigen Kleingartenanlagen gibt es Vereinsheime, die nicht vollständig ausgelastet sind. Oft lassen sie sich mit wenigen Umbauten nicht nur von den Kleingärtner:innen, sondern auch für die Betreuung von Kindern nutzen. Das Vereinsheim könnte den Gruppen zudem als Unterschlupf bei extremen Wetterbedingungen dienen. Zusätzliche Räumlichkeiten in den Vereinsheimen ermöglichen eine unkomplizierte Erweiterung des Raumbedarfs, etwa für die Betreuung von Kindern im Krippenalter. Auch für Kinder mit Inklusionsbedarf könnten hier Räume für unterschiedliche Unterstützungsbedarfe geschaffen werden.

Der Vereinsarbeit in den Kleingartenanlagen steht eine Doppelnutzung des Vereinsheims nicht im Wege. Die Nutzung durch Kleingarten-Krippe, -Kita oder Schulkindbetreuung erfolgt in der Regel bis in den Nachmittag. Veranstaltungen der Kleingartenvereine können weiterhin in gewohnter Weise in den Abendstunden stattfinden.
Mit dieser Doppelnutzung ist ausschließlich die Nutzung des Erdgeschosses des Vereinsheims gemeint, etwa mit eingebauten Schiebetüren und abschließbaren Fächern. Im Obergeschoss bleibt weiterhin Platz für die Räumlichkeiten des Vorstandes des Kleingartenvereins. Je nach Größe des Vereinsheims sind ein bis zwei Gruppenräume mit Küche und separaten sanitären Anlagen sinnvoll. Wichtig ist dabei, die Bausubstanz zu erhalten und die äußere Gestalt des Gebäudes im Wesentlichen zu wahren.
Dieses Szenario empfiehlt sich, wo bestehende Vereinsheime nicht vollständig genutzt sind, oder Doppelnutzungen sinnvoll sind.

Bei der Mitnutzung eines vorhandenen Vereinshauses kann die Fläche der Lauben reduziert werden. Diese sollten dann nur die Funktionen erfüllen, die an die Parzelle gebunden sind. So könnte beispielsweise die Essenszubereitung oder ein Raum für die Mittagspause auch in das Vereinsheim integriert werden. Darüber hinaus kann es bei widrigen Witterungsverhältnissen als Aufenthaltsraum genutzt werden.

Wichtig ist, dass die Nutzbarkeit des Vereins durchgehend erhalten bleibt. Oft ist ein großer, multifunktional genutzter Gastraum vorhanden. Um unterschiedliche Nutzungen flexibel zu ermöglichen, können Schiebetüren oder auf Schienen bewegliche Wandelemente eingesetzt werden. Ebenso können Schranksysteme genutzt werden, um das Inventar der Kleingarten-Krippe, -Kita oder Schulkindbetreuung unkompliziert zu verstauen. Dadurch kann der Raum weiterhin uneingeschränkt für die bisherigen Vereinsaktivitäten genutzt werden.
In der Regel überschneiden sich die Nutzungszeiten der Träger und des Vereins nur selten. Die Nutzung des Vereinshauses für die Kinderbetreuung sollte ausschließlich im Erdgeschoss erfolgen. Die brandschutztechnischen Voraussetzungen für den Betrieb einer Krippe, Kita oder Schulkindbetreuung im Obergeschoss lassen sich in Kleingartenanlagen in den seltensten Fällen herstellen.

Hier gilt es abzuwägen, in welchem Verhältnis der Neubau von zwei bis drei Lauben zu dem Umbau vorhandener Bausubstanz steht. Letztere gilt es in jedem Fall zu erhalten und die äußere Gestalt der Gebäude im Wesentlichen zu wahren. Kleingartenanlagen sind in der Regel planungsrechtlich Außenbereiche, in denen Bauvorhaben einer strengen Prüfung unterliegen.

Bei diesem Szenario ist mit einem umfangreicheren Planungs- und Bauaufwand und höheren Kosten zu rechnen. Dafür kann es keinen standardisierten und modular abzuwandelnden Entwurf geben. Die Baumaßnahmen müssen in genauer und vollständiger Analyse der Gegebenheiten vor Ort erfolgen.

Jedoch kann mit einem umgebauten Vereinsheim eine Kleingarten-Einrichtung auch bei mittlerer Vereinsgröße auf bis zu 75 Kindern anwachsen. Das kann im Sinne von Bedarfen oder finanzieller Machbarkeit wünschenswert sein.

Benachbarte Kita mit Kleingarten-Gruppen

Als dritte Variante besteht die Möglichkeit bis zu zwei feste Kleingarten-Gruppen zu integrieren, die ihren Sitz in einer benachbarten Kita-Einrichtung haben. Die Gruppen halten sich täglich draußen auf ihren Basisparzellen in der Kleingartenanlage auf. Feste Gruppen sind dabei wichtig, da der Bewegungsdrang von Kindern, die in der Regel nicht ganztägig draußen sind, zu hoch wäre. Außerdem hätten Kinder, die die Kleingartenanlage nur besuchen, eventuell ein zu geringes Gespür für die viele in die Pflanzen und Beete eingeflossene Arbeit und Pflege. Auch gegenüber den Belangen der anderen Pächter:innen könnte dies zu fehlender Rücksichtnahme führen. 

Dieses Szenario führt baurechtlich und aufsichtsrechtlich zu erheblichen Vereinfachungen, ist aber nicht unser Wunschszenario.

Wir wollen „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ in den Mittelpunkt stellen. Dafür sollten die Kinder ganztägig die Möglichkeit haben, die Abläufe im Garten zu begleiten, sich in der Natur aufzuhalten und diese in all ihren Facetten spielend zu erfahren. Darüber hinaus ist es unser Anliegen den Sozialraum Kleingartenverein mit seiner Infrastruktur generationsübergreifend nutzbar zu machen und damit den Bestand zukünftig zu sichern. Diese Ziele lassen sich am besten in einem integrierten Kleingarten-Kita-Konzept erreichen.

Dieses Szenario ist auf Kita-Gruppen ausgerichtet und eignet sich nicht für die Betreuung von Krippenkindern.

Besonderheiten Kleingarten-Schulkindbetreuung

  • Zeitgemäße Schulkindbetreuung orientiert sich nicht nur an der Zukunft der Kinder und leitet daraus Erziehungs- und Bildungsziele ab, sie orientiert sich insbesondere an den gegenwärtigen Bedürfnissen der Kinder und den notwendigen Kompetenzen zur Bewältigung der anstehenden Entwicklungsaufgaben.

    Das Profil der Kleingarten-Schulkindbetreuung in der bildet Umweltbildung und Umweltkompetenz. „Umweltkompetenz ist die Fähigkeit mit den natürlichen Lebensgrundlagen schonend und rücksichtsvoll in Bezug auf nachfolgende Generationen umzugehen. […] Es geht darum, Konflikte zu analysieren, Lösungsvorschläge abzuwägen, Kompromisse und Perspektiven zu konzipieren und diese in Handlungen umzusetzen.

    Die Forderungen schließen die Reflexion des persönlichen Lebensstils mit ein. Umweltbildung erfordert die Auseinandersetzung mit individuellen Wertmaßstäben, die das eigene Handeln prägen.“ „Pädagogischefachkräfte unterstützen die Kinder bei der Aufgabe ihre eigene Welt aktiv mitzugestalten“ und vermitteln die dazu erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten. In der pädagogischen Konzeption der Kleingarten-Kita wird dieses Thema ebenfalls ausführlich behandelt.

  • Für die Kleingarten-Schulkindbetreuung sind drei Szenarien denkbar:

    1. Eigenständige Schulkindbetreuung
      Die Schulkindbetreuung kann unabhängig von einer Kita als eigenständiges Angebot etabliert werden.

    2. Eigene Schulkind-Parzelle
      Die Schulkinder nutzen eine eigene Parzelle, die ab Mittag und am Nachmittag zur Verfügung steht, während sie vormittags von Kindergartenkindern genutzt werden kann. Für Hausaufgaben braucht es geeignete Bereiche auf der Parzelle, etwa in der Laube oder mit flexiblen Sitzmöglichkeiten im Außenraum.

    3. Familiengruppe mit Kita-Anbindung
      Eine gemeinsame, ganztägig genutzte Parzelle für Kindergarten- und Schulkinder ermöglicht eine altersgemischte Betreuung. Auch hier sind passende Räume für Hausaufgaben erforderlich – auf der Parzelle oder alternativ im Vereinsheim.

    Die räumlichen Bedingungen in den Szenarien „Eigene Schulkind-Parzelle“ und „Familiengruppe mit Kita-Anbindung“ sollten so gestaltet sein, dass sie den Bedürfnissen jüngerer und älterer Schulkinder gleichermaßen gerecht werden. Die Gesamtfläche sollte sich mindestens an den Raumprogrammempfehlungen für den Bau von Schulkindbetreuungen orientieren. Dabei kann die Außenfläche, ähnlich wie bei Waldkindergärten, als integraler Bestandteil des Raumprogramms mitgedacht und einbezogen werden.

  • Aufgrund ihres Alters und ihrer Reife haben Schulkinder Bedürfnisse und Kompetenzen, die über die der Krippen- und Kindergartenkinder hinaus gehen. Diese müssen entsprechend erfüllt und gestillt werden.  Hier ist u. a. dem größeren Bewegungsdrang sowie dem größeren Aktionsradius der Schulkinder Rechnung zu tragen – innerhalb und auch außerhalb der Kleingartenanlage. Dafür bieten viele Kleingartenanlage sehr gute Möglichkeiten etwa mit einer Festwiese, dem Wegenetz und einem verfügbaren Spielplatz in der Anlage. Schulkinder sind oft schon größer und kräftiger als Kindergartenkinder. Sie sind daher auch in der Lage körperlich schwierigere Aufgaben, im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu erledigen. Sie werden gemäß ihrem Alter in anspruchsvollere Aufgaben integriert.

    Die Fähigkeit, selbständig zu lesen erweitert den Aufgabenbereich bedeutend. Dazu gehören das selbsttätige Beackern und Beernten der Beete auf der Parzelle. Das geerntete Obst, Gemüse oder diverse Kräuter können nach Absprache und mit Unterstützung und Begleitung der Fachkräfte selbsttätig verarbeitet werden. Die Kinder können aus Schnittblumen zum Beispiel floristische Dekorationen herstellen. In einer Kräuterwerkstatt könnten Gewürze, Öle oder Duftsäckchen entstehen. Cremes, Seifen und Pflegeprodukte könnten aus ausgewählten Pflanzen und Naturprodukten hergestellt werden. Diese Produkte könnten Abnehmer:innen in der Kleingartenanlage oder im Elternkreis finden.  Schulkinder sind in der Lage eigenständig, unter der Einhaltung geltender Hygienemaßnahmen Speisen und Getränke aus den Produkten des Gartens zuzubereiten. Dabei können die Kinder die erforderlichen Gar- und Zubereitungsmethoden erlernen und anwenden.  Auf der Parzelle anfallende Tätigkeiten könnten die Schulkinder mit Unterstützung und unter Anleitung der Pädagog:innen übernehmen. Hochbeete können mit wenig Unterstützung gebaut werden. Da die Kindergartenkinder den Bereich des Hortes ebenfalls nutzen, können sie an den Bauten der Schulkinder teilhaben. Teilweise können derartige Vorhaben auch in Kooperation mit den Kindergartenkindern entstehen.  Unter Aufsicht lernen die Schulkinder ein richtiges Lagerfeuer (Feuerschale) herzurichten und unter Beachtung aller Vorsichtsmaßnahmen auch zu entzünden. Hier ist die Kleingartenordnung zu beachten. In den Ferien gibt es ein tägliches Ferienprogramm. In gesonderten Projekten können die Kinder vielfältige Bereiche der Kleingartenanlage besser kennen lernen und die Kontakte zu anderen Kleingärtner:innen vertiefen.

 

Bildungsbereiche und Basiskompetenzen

Auf der Grundlage der verschiedenen Bildungsbereiche und Basiskompetenzen in ganz Deutschland haben wir einen beispielhaften jahreszeitlichen Rahmen für die frühkindliche Bildung in der Kleingarten-Kita entworfen. Dieser fokussiert sich auf das Kindergartenalter und kann für die Krippen- und Schulkindbetreuung entsprechend angepasst werden.

Die grundlegenden Ideen zur Umsetzung der Bildungsbereiche in einer Kleingarten-Kita verknüpfen wir in einem nächsten Schritt mit Basiskompetenzen und Schlüsselprozessen. Wir schaffen damit einen Rahmen für einen systematischen Bildungsplan. Die örtliche Umsetzung ist selbstverständlich offen bzw. in die vorhandenen pädagogischen Konzepte einzubinden.

Unsere Darstellung des jahreszeitlichen Verlaufes ist nicht abschließend. Schließlich wird nicht nur im Frühjahr gesät. Uns geht es um eine exemplarische, aber systematische Herangehensweise. Andere Herangehensweisen, etwa über unterschiedliche Lebensräume für Tiere und Pflanzen, sind ebenfalls denkbar. 

 

Frühjahr | Säen

    • Werteorientierung und Religiosität z. B. aus etwas Kleinem entsteht etwas Großes, etwas Neues

    • Emotionalität, soziale Beziehungen und Konflikte: Welche Pflanzen vertragen sich gut miteinander, sind gute Nachbarn, profitieren voneinander und warum?

    • Sprache und Literacy: Bücher zum Thema anschauen, vorlesen; Fachbücher, dadurch Fachbegriffe lernen; Austausch mit anderen Schrebergärtner*innen; über das Säen und Wachsen philosophieren

    • Informations- und Kommunikationstechnik, Medien: tägliche Dokumentation des Wachsens durch Kamera, Video o. Ä. 

    • Mathematik: Messen von Tiefe und Abständen; rechnen, wie viel Platz benötigt wird

    • Naturwissenschaften und Technik: „Nur, wenn ich den Samen bewässere, Unkraut entferne, genügend Licht und Wärme vorhanden ist, entwickelt er sich.“ – Experimente mit Schatten- und Sonnenplätzen sowie Schatten- und Sonnengewächsen

    • Umwelt: Was entsteht aus dem Samen? 

    • Ästhetik, Kunst und Kultur: Dokumentieren durch Malen/Zeichnen von Entwicklung; Anbau in verschiedenen Kulturen

    • Musik: Lieder zum Samenkorn und seiner Entwicklung; das Samenkorn und seine Entwicklung vertonen

    • Bewegung, Rhythmik, Tanz und Sport: Entwicklung darstellen

    • Gesundheit: Ziel: später etwas Gesundes auf dem Teller haben

    • Partizipation

    • Ko-konstruktion

    • Selbstwertgefühl: „Ich habe selbst etwas eingesät und es wächst!“

      Autonomieerleben/Kompetenzerleben/Selbstwirksamkeit: „Es wächst, weil ich mich darum kümmere.“ 

    • differenzierte Wahrnehmung: „Im Schatten/bei zu wenig Wärme entwickelt sich mein Saatgut nicht so gut wie in der Sonne mit Wärme.“

      Problemlösungsfähigkeit: „Was kann ich tun, wenn meine Pflanze von einem Schädling befallen wurde?“ 

    • Übernahme von Verantwortung für Gesundheit und körperliches Wohlbefinden: Auch bei Schmuddelwetter muss die Pflanze versorgt werden. „Ich gehe wettergerecht angezogen nach draußen und im Anschluss sorge ich für mich und begebe mich an einen warmen Ort.“ 

    • Grob- und feinmotorische Kompetenzen: „Beim Aussäen muss ein für das Saatgut entsprechendes Loch ausgehoben werden und dann nehme ich ein Saatkorn und gebe es hinein.“ 

    • Gute Beziehungen zu Erwachsenen und Kindern: „Gemeinsam schaffen wir das Säen und pflegen.“ 

      Kommunikationsfähigkeit: sprachliches Begleiten des Säens und von allem, was damit zusammenhängt

    • Kooperationsfähigkeit: „Ich helfe einem anderen Kind und Kinder helfen mir bei Schwierigkeiten oder Fragen.“ 

    • Sensibilität für und Achtung von Andersartigkeit und Anderssein: "Es ist schön, wenn etwas wächst. Es muss bei mir nicht genauso aussehen, wie bei einem anderen Kind.“ 

    • Verantwortung für das eigene Handeln: „Ich muss mich kümmern. Tue ich es nicht, gedeiht die Pflanze nicht und ich bin selbst dafür verantwortlich.“

 

Sommer | Hegen und Pflegen

    • Werteorientierung und Religiosität: Staunen über das Geschenk des Lebendigen, des Wachstums der Pflanzen – Motiv oder Sinn für die Arbeit finden 

    • Emotionalität, soziale Beziehungen und Konflikte: „Ich kümmere mich um das Leben einer Pflanze und baue eine Beziehung zu ihr auf. Beim Gießdienst teile ich mir die Verantwortung mit anderen Kindern. Wir haben ein gemeinsames Ziel.“ 

    • Sprache und Literacy: "Sprechen Pflanzen eine Sprache? Wer versteht sie? Verstehen wir ihre Mimik/Gestik?“ 

    • Informations- und Kommunikationstechnik, Medien: ein Interview für die Gemeindezeitschrift geben 

    • Mathematik: „Wie viel Wasser passt in die Gießkanne? Wie voll mache ich sie, damit ich sie noch gut tragen kann? Wie viel Beetfläche kann ich damit ungefähr gießen?“ 

    • Naturwissenschaften und Technik: "Wie viele Tage vergehen, bis der Samen aus der Erde schaut/die ersten Blätter dran sind/ersten Blüten etc.?“ – durch die veränderten Schatten auf den Beeten 

    • Veränderung des Sonnenstandes im Vergleich zum Frühling erkennen 

    • Umwelt: Was tut der Pflanze gut? Was braucht sie? Woher kommen die Nährstoffe? Womit kann man düngen? Wann helfen Unkräuter als Bodenbedeckung, um das Beet feucht zu halten, wenn die Pflanze schon größer ist? 

    • Ästhetik, Kunst und Kultur: feine Farbunterschiede verschiedener Pflanzen wahrnehmen (verschiedene Grüntöne) 

    • Musik: Gartengeräte als Instrumente entdecken 

    • Bewegung, Rhythmik, Tanz und Sport: Feinmotorik beim Unkrautjäten üben 

    • Gesundheit: Was tun, wenn Krankheit bei einer Pflanze auftritt? – Apotheke aus der Natur

    • Selbstwertgefühl: „Auch wenn meine Pflanze nicht so gut gedeiht, oder ich etwas ‚falsch‘ mache erhalte ich eine wertschätzende Rückmeldung von den anderen.“ 

    • Kompetenzerleben: „Ich wende mein Wissen an und gieße nicht zu viel oder zu wenig.“ 

    • Denkfähigkeit: „Ich lerne die Wassermenge richtig einzuschätzen 

    • Grob- und feinmotorische Kompetenzen: „Ich kann die schwere Gießkanne immer leichter tragen. Das Zielen mit dem Wasserstrahl gelingt mir immer besser.“ 

    • Fähigkeit zur Regulierung von körperlicher Anspannung: „Dabei muss ich mich an-strengen/konzentrieren.“ 

    • Solidarität: "Wir unterstützen uns gegenseitig beim Gießen oder Jäten, wenn der andere nicht mehr kann oder wegen Krankheit längere Zeit fehlt.“ 

    • Empathie und Perspektivenübernahme: „Ich bin der Überzeugung, dass ich öfter Unkraut jäte als die anderen, und es macht mir nicht immer Spaß.“ – Meinungsaustausch mit anderen Kindern – „Ich verstehe unterschiedliche Perspektiven.“ 

    • Verantwortung für Umwelt und Natur: „Mit dem Gießwasser, das vorzugsweise aus der Regentonne kommt, gehe ich sorgsam um. Wir ermöglichen auch Insekten und Vögeln einen attraktiven Lebensraum in unserem Garten.“ 

    • Einbringen und Überdenken des eigenen Standpunkts: „Ich bin mir sicher, dass ich weiß, wie sich der Schatten auf den Beeten verändert. Durch einen Beweis lasse ich mich jedoch eines Besseren belehren.“ 

    • Resilienz: „Wie gehe ich damit um, wenn meine Pflanze nicht gut gedeiht? Finde ich Lösungen? Finde ich eine Motivation um die Herausforderung zu bewältigen?“

    • „Wir erfahren Hilfe und Verlässlichkeit, wenn Eltern über die Wochenenden oder Ferien zum Gießen einspringen.“

    • Selbstwertgefühl: „Auch wenn meine Pflanze nicht so gut gedeiht, oder ich etwas ‚falsch‘ mache erhalte ich eine wertschätzende Rückmeldung von den anderen.“ 

    • Kompetenzerleben: „Ich wende mein Wissen an und gieße nicht zu viel oder zu wenig.“ 

    • Denkfähigkeit: „Ich lerne die Wassermenge richtig einzuschätzen 

    • Grob- und feinmotorische Kompetenzen: „Ich kann die schwere Gießkanne immer leichter tragen. Das Zielen mit dem Wasserstrahl gelingt mir immer besser.“ 

    • Fähigkeit zur Regulierung von körperlicher Anspannung: „Dabei muss ich mich an-strengen/konzentrieren.“ 

    • Solidarität: "Wir unterstützen uns gegenseitig beim Gießen oder Jäten, wenn der andere nicht mehr kann oder wegen Krankheit längere Zeit fehlt.“ 

    • Empathie und Perspektivenübernahme: „Ich bin der Überzeugung, dass ich öfter Unkraut jäte als die anderen, und es macht mir nicht immer Spaß.“ – Meinungsaustausch mit anderen Kindern – „Ich verstehe unterschiedliche Perspektiven.“ 

    • Verantwortung für Umwelt und Natur: „Mit dem Gießwasser, das vorzugsweise aus der Regentonne kommt, gehe ich sorgsam um. Wir ermöglichen auch Insekten und Vögeln einen attraktiven Lebensraum in unserem Garten.“ 

    • Einbringen und Überdenken des eigenen Standpunkts: „Ich bin mir sicher, dass ich weiß, wie sich der Schatten auf den Beeten verändert. Durch einen Beweis lasse ich mich jedoch eines Besseren belehren.“ 

    • Resilienz: „Wie gehe ich damit um, wenn meine Pflanze nicht gut gedeiht? Finde ich Lösungen? Finde ich eine Motivation um die Herausforderung zu bewältigen?“

    • „Wir erfahren Hilfe und Verlässlichkeit, wenn Eltern über die Wochenenden oder Ferien zum Gießen einspringen.“

 

Herbst | Ernten

    • Werteorientierung und Religiosität: Dankbarkeit gegenüber den Pflanzen/der Ernte erfahren – Rituale erfinden oder kennenlernen z. B. Erntedankfest

    • Emotionalität, soziale Beziehungen und Konflikte: gemeinsam Freude über die Ernte erleben – Umgang mit Frustration/Trauer über Misserfolg bei der Ernte 

    • Sprache und Literacy: Gemüsetheaterstück, z. B. über das Leben im Schrebergarten 

    • Informations- und Kommunikationstechnik, Medien: Gemüse fotografieren und eine Ausstellung vorbereiten 

    • Mathematik: beim Schneiden von Gemüse geometrische Formen entdecken – Ernte wiegen 

    • Naturwissenschaften und Technik: Fragen der Kinder nachgehen, z. B. „Warum wird hartes Gemüse, wie Karotten, Kartoffeln weich, wenn man es kocht?“ Umwelt: Mit welcher Lebensgemeinschaft teilt sich die Pflanze den Erdboden? Sind Spuren der Lebewesen zu sehen? 

    • Ästhetik, Kunst und Kultur: eigene Gemüsefiguren malen oder plastisch formen Musik: zum Erntedankfest gemeinsam musizieren, um geteilte Freude darüber aus-zudrücken 

    • Bewegung, Rhythmik, Tanz und Sport: Ausdauer und Kraft beim Umgraben, z. B. bei der Kartoffelernte 

    • Gesundheit: den Geschmack des Gemüses erforschen – Eltern zum gemeinsamen Kochen/Gemüse-Essen einladen

    • Positive Selbstkonzepte: „Zusammen mit den anderen habe ich unseren Garten erfolgreich bewirtschaftet.“ 

    • Selbstregulation: „War ich erfolgreich beim Anbau, oder eher weniger?“ 

    • Differenzierte Wahrnehmung: den Unterschied zwischen den Gemüsesorten genau schmecken und riechen 

    • Grob- und feinmotorische Kompetenzen: bei der Ernte geschickt zupacken, um die Pflanze nicht zu verletzen 

    • Übernahme von Verantwortung für Gesundheit und körperliches Wohlbefinden: positive Einstellung gegenüber dem eigenen Gemüse, das selbst zubereitet wird 

    • Kooperationsfähigkeit: Beteiligung an der Planung des Erntedankfestes 

    • Konfliktmanagement: „Ich vermittle bei einem Streit zweier Kinder, die sich um die Gießkanne streiten.“ 

    • Unvoreingenommenheit: „Ich probiere auch die ungewohnt zubereitete Speise einer anderen Familie.“ 

    • Verantwortung anderen Menschen gegenüber: „Ich teile die Ernte meiner Pflanze mit den anderen Kindern, da wir eine Gruppe sind.“ 

    • Akzeptieren und Einhalten von Gesprächs- und Abstimmungsregeln: „Ich akzeptiere den Willen der Mehrheit bei der Planung des Festes.“ 

    • Lernen, wie man lernt: „Mit dem Ernten des Gemüses begreifen wir, dass wir unser Wissen erfolgreich eingesetzt haben.“ 

    • Resilienz: „Wie gehe ich mit einer schlechten Ernte um? Kann ich, wenn ich enttäuscht bin, Trost von anderen Kindern annehmen?“

    • Positive Selbstkonzepte: „Zusammen mit den anderen habe ich unseren Garten erfolgreich bewirtschaftet.“ 

    • Selbstregulation: „War ich erfolgreich beim Anbau, oder eher weniger?“ 

    • Differenzierte Wahrnehmung: den Unterschied zwischen den Gemüsesorten genau schmecken und riechen 

    • Grob- und feinmotorische Kompetenzen: bei der Ernte geschickt zupacken, um die Pflanze nicht zu verletzen 

    • Übernahme von Verantwortung für Gesundheit und körperliches Wohlbefinden: positive Einstellung gegenüber dem eigenen Gemüse, das selbst zubereitet wird 

    • Kooperationsfähigkeit: Beteiligung an der Planung des Erntedankfestes 

    • Konfliktmanagement: „Ich vermittle bei einem Streit zweier Kinder, die sich um die Gießkanne streiten.“ 

    • Unvoreingenommenheit: „Ich probiere auch die ungewohnt zubereitete Speise einer anderen Familie.“ 

    • Verantwortung anderen Menschen gegenüber: „Ich teile die Ernte meiner Pflanze mit den anderen Kindern, da wir eine Gruppe sind.“ 

    • Akzeptieren und Einhalten von Gesprächs- und Abstimmungsregeln: „Ich akzeptiere den Willen der Mehrheit bei der Planung des Festes.“ 

    • Lernen, wie man lernt: „Mit dem Ernten des Gemüses begreifen wir, dass wir unser Wissen erfolgreich eingesetzt haben.“ 

    • Resilienz: „Wie gehe ich mit einer schlechten Ernte um? Kann ich, wenn ich enttäuscht bin, Trost von anderen Kindern annehmen?“

 

Winter | Ruhen und Reflektieren

    • Werteorientierung und Religiosität: über Sinn und Bedeutung des Kreislaufes der Pflanzen im Jahr nachdenken 

    • Emotionalität, soziale Beziehungen und Konflikte: „Wobei brauche ich nächstes Jahr mehr Unterstützung, was war schwierig für mich?“ 

    • Sprache und Literacy: Kleingruppengespräche über das Jahr 

    • Informations- und Kommunikationstechnik, Medien: Gemüse in der Werbung (Fernsehen, Plakate) anschauen und Aussehen mit unserem eigenen vergleichen 

    • Mathematik: den Anbau für nächstes Jahr planen. „Wovon soll mehr oder weniger angepflanzt werden?“ 

    • Naturwissenschaften und Technik: Hypothesen aufstellen („Was passiert, wenn ich den gleichen Samen im Winter säe?") und überprüfen. („Keimt er überhaupt? Oder ruht er, bis wann?“) 

    • Umwelt: Reflexion darüber, wie gut das Stück Land die Gruppe ernähren konnte 

    • Ästhetik, Kunst und Kultur: sich anhand der eigenen Gemüsefotos Gedanken über „Schönheit – Hässlichkeit“ machen 

    • Musik: in Ruhe einen Ausschnitt eines klassischen Musikstücks hören und mögliche Assoziationen im Schrebergarten finden 

    • Bewegung, Rhythmik, Tanz und Sport: einen Parcours durch den Schrebergarten erfinden 

    • Gesundheit: Entspannungsübungen anbieten und dabei Parallele zur Winterruhe einbauen

    • Positive Selbstkonzepte: „Wir sind alle verschieden/sehen unterschiedlich aus.“ – „Ich bin gut so wie ich bin.“ Neugier und individuelle Interessen: „Welcher Samen/Pflanze interessiert mich für das kommende Jahr?“ 

    • Fantasie und Kreativität: „Ich erfinde eine Geschichte über meine Pflanze und stelle sie künstlerisch dar.“ 

    • Fähigkeit zur Regulierung von körperlicher Anspannung: beim Hören von Musik Ent-spannung finden 

    • Kommunikationsfähigkeit: Beteiligung an Gesprächsrunden 

    • Moralische Urteilsbildung: „Ich erkenne an, dass wir die begrenzte Fläche des Schrebergartens für unsere Anliegen gerecht aufteilen.“ 

    • Verantwortung für Umwelt und Natur: „Wir wollen auch den kleineren Lebewesen einen ungestörten Platz für die Winterruhe ermöglichen.“ – Unterschlupfmöglichkeiten 

    • Einbringen und Überdenken des eigenen Standpunkts: Beteiligung an der Planung für das nächste Jahr 

    • Lernen, wie man lernt: „Wir verstehen die Bedeutung unseres Wissens, und zwar, dass wir unsere Erfahrungen im nächsten Jahr wieder einsetzen können.“ 

    • Resilienz: „Ich bleibe optimistisch, dass mir nächstes Jahr manches besser gelingen wird.“

    • Positive Selbstkonzepte: „Wir sind alle verschieden/sehen unterschiedlich aus.“ – „Ich bin gut so wie ich bin.“ Neugier und individuelle Interessen: „Welcher Samen/Pflanze interessiert mich für das kommende Jahr?“ 

    • Fantasie und Kreativität: „Ich erfinde eine Geschichte über meine Pflanze und stelle sie künstlerisch dar.“ 

    • Fähigkeit zur Regulierung von körperlicher Anspannung: beim Hören von Musik Ent-spannung finden 

    • Kommunikationsfähigkeit: Beteiligung an Gesprächsrunden 

    • Moralische Urteilsbildung: „Ich erkenne an, dass wir die begrenzte Fläche des Schrebergartens für unsere Anliegen gerecht aufteilen.“ 

    • Verantwortung für Umwelt und Natur: „Wir wollen auch den kleineren Lebewesen einen ungestörten Platz für die Winterruhe ermöglichen.“ – Unterschlupfmöglichkeiten 

    • Einbringen und Überdenken des eigenen Standpunkts: Beteiligung an der Planung für das nächste Jahr 

    • Lernen, wie man lernt: „Wir verstehen die Bedeutung unseres Wissens, und zwar, dass wir unsere Erfahrungen im nächsten Jahr wieder einsetzen können.“ 

    • Resilienz: „Ich bleibe optimistisch, dass mir nächstes Jahr manches besser gelingen wird.“

 

Versorgungskonzept

Selbstversorgung ist ein integraler Bestandteil der Kleingarten-Kita und der Schulkindbetreuung. Für die Vollversorgung einer mittleren Gruppengröße von etwa 17 Kindern pro Parzelle wird nach den geltenden DGE-Qualitätsstandards für Kitas pro Jahr etwa eine Tonne Obst und Gemüse benötigt. Diese Berechnung basiert auf den Mengen für Frühstück, Mittagessen, einen Snack sowie anfallenden Verschnitt. In der Schulkindbetreuung liegt der Fokus auf dem Mittagessen und einem Nachmittagssnack.

Wir streben mit der Kleingarten-Kita und der Schulkindbetreuung eine Eigenversorgungsquote von bis zu 50 Prozent an. Dadurch werden Naturkreisläufe für die Kinder unmittelbar erfahrbar, und die tägliche Verpflegung wird zugleich zu einer Lern- und Beteiligungssituation.
Krippenkinder sind hiervon ausgenommen. In diesem Alter steht die sinnliche Erfahrung, die Erschließung eines geschützten Erfahrungsraums sowie die achtsame Erkundung des gärtnerischen Umfelds im Vordergrund.

Abgedeckt wird die Selbstversorgung einerseits über unser Ausflugskonzept. Mit ca. 150 Ausflügen im Jahr auf benachbarte Parzellen kann nach unseren Schätzungen ein Versorgungsgrad von 5 bis 10 Prozent erreicht werden. Und das allein durch Ernteüberschüsse der Mitglieder des Kleingartenvereins. Das ist Naschen an den Sträuchern von Gärtner:innen, das Abernten von Obstbäumen oder die Ernte von überschüssigem Gemüse wie etwa Tomaten oder Gurken. 

Die Selbstversorgung hängt im Kern jedoch von der Gestaltung der Basisparzelle ab. Diese soll nach dem Vorbild eines Waldgartens konzipiert werden. In einem Waldgarten wachsen Pflanzen in mindestens drei horizontalen Ebenen (Baum- Strauch- und Krautschicht), ergänzt durch rankende Pflanzen. Mehrjährige Pflanzen werden gegenüber einjährigen bevorzugt. Das Prinzip des Waldgartens ermöglicht symbiotische Wechselwirkungen zwischen Pflanzen unterschiedlicher Arten. Es muss weniger gedüngt werden, da natürliche Nährstoffkreisläufe ermöglicht werden.

Der für den Waldgarten spezifische Anbau auf unterschiedlichen horizontalen Ebenen hat höhere Erträg pro Quadratmeter mit weniger Arbeitszeit, als im klassischen Obst-, Gemüse oder Ackerbau, zur Folge. Durch den Mischkulturanbau werden Ertragsschwankungen einzelner Kulturen abgepuffert, außerdem haben mehrjährige Pflanzen durch ihr weites Wurzelwerk eine höhere Trockenheitsresistenz und sind in der Regel nährstoffreicher als vergleichbare einjährige Pflanzen. Giersch beispielsweise kann Spinat in diesem Punkt um ein Vielfaches übertreffen. Das Konzept eines Waldgartens hat zudem den Vorteil, dass Areale zum Spielen und Toben sich viel leichter auf der Basisparzelle einfügen als im klassischen Ackerbau.  Darüber hinaus ist durch den Anbau von mehrjährigen Obst- und Gemüsearten das Potenzial, CO2 zu speichern in einem Waldgarten hoch. 

Ein kleiner Anbaubereich ergänzt den Speiseplan mit einjährigem Gemüse. Beispielsweise harmonieren Kürbis, Bohnen, Mais in einer auch als „Milpa“ oder „3 Schwestern“ bekannten Mischkultur hervorragend miteinander. Diese Anbauform kann schlecht durch mehrjährige Kulturen ersetzt werden. Es ist also sinnvoll, sie anzubauen. Insgesamt wird eine 9-teilige Fruchtfolge empfohlen. Der Anbaubereich wird dennoch bewusst auf 25 m2 gehalten, da in diesen (und in das Gewächshaus) jedes Jahr vergleichsweise viel Arbeitszeit in die Anzucht und Pflege der Pflanzen investiert werden muss. Im Waldgartenbereich sinkt mit den Jahren die benötigte Arbeitszeit, während der Ertrag steigt. Sind mehrjährige Pflanzen einmal gepflanzt, benötigen sie verhältnismäßig wenig Pflege. Mit zunehmender Größe nimmt der jährliche Ertrag zu. 

 

Hygienekonzept

Hygiene kann in einer abgegrenzten Parzelle mit Strom- und Trinkwasseranschluss grundsätzlich gut sichergestellt werden. Ähnliche Voraussetzungen bestehen auch in den Außenanlagen klassischer Kindertagesstätten. Für diese gelten bereits einschlägige Vorschriften, etwa zur Bepflanzung, zu Fallhöhen oder zu Bodenmaterialien. Diese werden auch in unserer Konzeption berücksichtigt. Die entsprechenden Vorgaben werden von den jeweiligen Landesministerien sowie durch weitere bildungs- und baurechtliche Regelwerke festgelegt.

Hygienische Verhältnisse bei der Verpflegung sind in Kleingarten-Einrichtungen besonders zu beachten. Das fängt beim Anbau von Obst und Gemüse an. Vorschriften aus der Lebensmittelverarbeitung sind einschlägig. Vor der Zubereitung ist auf eine Reinigung der Zutaten zu achten. Die Entsorgung von Essensresten ist hingegen kein Problem. Die Menge an kompostierbaren Abfall ist durch die Gruppengröße so hoch und kontinuierlich, dass eine Heißrotte mit bis zu 70 Grad Celsius grundsätzlich ganzjährig möglich ist. In Kombination mit einer anaeroben Kompostierung nach japanischer Art können auch Eier, Milch und tropische Früchte kompostiert werden. Dieser Kompost wird für den Anbau im nächsten Jahr wieder eingesetzt – nachhaltiger Anbau.

Auch die Entsorgung menschlicher Hinterlassenschaften ist mit Trenntoiletten kombiniert mit Holzspänen oder Aktivkohle kein Problem. Alternativ können im Vereinsheim klassische Kindertoiletten geplant werden – kein präferiertes Szenario.

 

Kinderschutzkonzept

Das Wohl der Kinder sowie der Schutz vor körperlicher, seelischer und sexueller Gewalt stehen an erster Stelle. Wir orientieren uns dabei an den rechtlichen Grundlagen der UN-Kinderrechtskonvention, dem Grundgesetz, dem Bundeskinderschutzgesetz sowie dem Achten Buch Sozialgesetzbuch (SGB VIII) und den jeweiligen landesrechtlichen Regelungen für Krippe, Kita und Schulkindbetreuung.

  • Wir konzentrieren uns auf die spezifischen Risiken in einer Kleingartenanlage. Eine Kleingarten-Einrichtung ist in einen halböffentlichen Sozialraum eingebettet. Durch die Anlage bewegen sich täglich unterschiedliche, häufig bekannte Personen, wodurch ein vielfältiger sozialer Kontext entsteht. Diese soziale Präsenz kann zu erhöhter Aufmerksamkeit im Umfeld beitragen, ersetzt jedoch keine strukturierten Kinderschutzkonzepte. Diese sind insbesondere für den Schutz vor Grenzverletzungen im pädagogischen Alltag zwischen Fachkräften und Kindern sowie unter Kindern innerhalb der Krippen-, Kita- und Schulkindbetreuung unerlässlich.

    Die Kleingartenanlage ist ein heterogener und zugleich stabiler Nachbarschaftsraum, in dem Verhaltensänderungen eher auffallen und eine indirekte soziale Kontrolle stattfinden kann. Die Kita-Gemeinschaft ist Teil dieses Sozialraums und damit ebenfalls in diesen Kontext eingebettet. Dennoch bleibt ein institutionelles Schutzkonzept zwingend erforderlich.

  • Kindliche Aktivitäten im Naturraum sind grundsätzlich mit Unfall- und Verletzungsrisiken verbunden, die Teil von Bewegung und freier Exploration sind. Dabei ist stets ein pädagogisches Abwägen zwischen Freiraum und Sicherheit erforderlich. Kinder sollen Risiken erfahren können, um ihre Wahrnehmung, ihr Urteilsvermögen und ihre motorischen Fähigkeiten zu entwickeln.

    Die Kleingarten-Krippe, -Kita und -Schulkindbetreuung befindet sich nicht in unkontrollierter Natur, sondern auf einer eingefriedeten, strukturierten Basisparzelle, die den einschlägigen Unfallkassenregelungen für Außengelände unterliegt. Sie ist frei von Pflanzen mit unmittelbar toxischer Gefährdung, dennoch können Risiken etwa durch Dornen, spitze Gegenstände oder Pflanzenteile auftreten.

    Vorbeugend tragen Kinder geeignete Kleidung wie festes Schuhwerk und lange Hosen. Parzellen werden regelmäßig durch pädagogisches Personal überprüft; beteiligte Pächter:innen werden über potenzielle Gefahren informiert.

    Der unmittelbare Straßen- und Autoverkehr entfällt weitgehend, wodurch Ausflüge innerhalb der Kleingartenanlage in der Regel gut strukturiert und überschaubar durchgeführt werden können. Der Raum ist durch Parzellen gegliedert und ermöglicht eine gezielte, beaufsichtigte Erkundung in Kleingruppen.

  • Trotz der strukturellen Vorteile bestehen organisatorische und infrastrukturelle Risiken, die durch klare Schutzmaßnahmen abgesichert werden müssen.

    Zur Grundausstattung gehören Erste-Hilfe-Material, akustische Warnmittel sowie Kommunikationsgeräte für das Fachpersonal. Zusätzlich sind verbindliche Notfallpläne, definierte Sammelstellen und gut zugängliche Wege innerhalb der Anlage erforderlich.

    Die Aufsicht durch pädagogisches Personal ist jederzeit sicherzustellen. Eine delegierte Aufsicht kann nur in klar einsehbaren und pädagogisch geeigneten Bereichen geprüft werden. Räume wie Lauben sind während der Nutzung durch Kinder entsprechend zu sichern, insbesondere um unkontrollierte Zugänge zu vermeiden.

    Die räumliche Struktur der Basisparzelle erfordert zudem besondere Maßnahmen zum Schutz der Privatsphäre der Kinder. Einfriedungen und Sichtschutz durch Bepflanzung oder bauliche Elemente schaffen geschützte Bereiche. Die Höhe richtet sich nach den jeweiligen kleingärtnerischen Satzungen (meist ca. 1,20–1,25 m).

    Dadurch entstehen geschützte Bereiche, die alltagspraktische Tätigkeiten wie Umkleiden oder Wasserspiele ermöglichen. Sanitäre Bereiche und Wickelsituationen erfordern nicht einsehbare, klar definierte Räume innerhalb der Infrastruktur. Diese Anforderungen werden durch eine geeignete bauliche Struktur, etwa mehrere Lauben pro Basisparzelle, sichergestellt.oduktbeschreibung

 

Die Umsetzung

Umgebung und Räumlichkeiten haben direkten Einfluss auf das Erleben, das Wohlbefinden und die Erfahrungen von Kindern. Im Rahmen des Projektes entwickelten wir einen idealtypischen Aufbau der Parzellen. Dazu arbeiteten wir mit einer Gruppe Architekturstudierender der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig zusammen.

Aufgabenstellung war es, Planungsunterlagen zu erstellen, in denen Flächenaufteilung, deren Nutzungen und Dimensionen erkennbar sind. Insbesondere sollte auf die räumliche Neugestaltung sowie auf Teilnutzungen vorhandener Strukturen in der Kleingartenanlage eingegangen werden. Grundlage für die Entwürfe bildete eine ausführliche Analyse rahmengebender Parameter. Dies sind zum einen die räumlich strukturellen Voraussetzungen, die Ausstattung und die gesetzlichen Regelungen der Kleingartenanlagen. Zum anderen ist der Entwurf durch die rechtlichen Anforderungen an eine Kita und die Bauordnungen des jeweiligen Bundeslandes bestimmt. Beispielhaft beziehen sich die Entwürfe der Studierenden auf den Kleingartenverein Schreber-Hauschild e. V. Leipzig, Sachsen. Die Idee einer Blaupause sollte in den Entwürfen fortgeführt werden. Kleingartenanlagen haben unterschiedliche bauliche und räumliche Ausgangssituationen. Um eine Umsetzung in der Breite zu ermöglichen, braucht es universelle Lösungsansätze, die an die Gegebenheiten vor Ort angepasst werden können.

So könnte eine Kleingarten-Kita aussehen

Unsere Basis-Szenarien entwickelten wir gemeinsam mit der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig weiter. Zu diesem Zweck beschäftigten sich Studierende der Architektur im Sommersemester 2021 mit der Kleingarten-Kita.

 

Verortung in der Kleingartenanlage

Die Lage der Parzellen für die Kleingarten-Einrichtung sollte bestimmte Kriterien berücksichtigen. Dafür könnte ein Evaluationsbogen erstellt werden, der eine Verortung der Parzellen mittels Punktesystem bewertet. Im Fokus sollte dabei zum einen die Erreichbarkeit der Parzellen von den Eingängen der Kleingartenanlage stehen. Die Parzellen müssen zu Fuß und mit dem Fahrrad zugänglich sein. Es sollten möglichst direkte Wege zu der Parzelle führen. Damit soll gewährleistet werden, dass der Durchgangsverkehr für den Rest der Kleingartenanlage minimal gehalten wird.

Ein weiteres wichtiges Kriterium für die Eignung einer Parzelle ist der Lärmpegel externer Quellen, beispielsweise durch Bahnschienen oder stark befahrene Hauptstraßen. Der empfohlene Lärmgrenzwert für Kindertageseinrichtungen sollte dabei 50 dB nicht überschreiten.

Wichtig ist auch die Entfernung zu den Gemeinschaftsflächen zu prüfen. Es kann von Vorteil sein, eine direkte Nähe zu Spielplatz oder Festwiese anzustreben, denn so könnten Fragen der Aufsichtspflicht beantwortet werden. Parzelle und Gemeinschaftsbereich könnten so gleichzeitig besser überblickt und der selbständige Bewegungsradius der Kinder erhöht werden. Diese oft große Freifläche oder einer Festwiese könnte gleichzeitig als Sammelstelle für den Evakuierungsfall oder als Stellfläche für die Feuerwehr dienen. 

Die Kleingarten-Krippen, -Kita und -Schulkindbetreuung ist per se inklusiv gedacht. Deshalb ist es wichtig Parzellen auszuwählen, die barrierefrei erreicht werden können. Diese Kriterien seien hier beispielhaft genannt. Sie können je nach Situation vor Ort variieren. Bei der Wahl der Parzellen sind vor Ort auch Verfügbarkeiten der Parzellen zu prüfen. Eventuelle Umstrukturierungen in der Kleingartenanlage sind mit Fingerspitzengefühl vorzubereiten. 

Beispielhafter Tagesablauf Kleingarten-Kita

Morgens haben die Kinder ausreichend Zeit, um entspannt anzukommen und sich im freien Spiel zu entfalten. Auf künstliche Spielsachen wird bewusst verzichtet. Dinge, die die Kinder in der Natur vorfinden, werden zum Spielzeug umfunktioniert. Aus Stöcken und Blättern wird eine Burg gebaut. Ein Baumstamm wird zum Balancierpfad. 8:00 Uhr treffen sich alle zum Morgenkreis um gemeinsam zu singen, zu klatschen und zu musizieren. Mit einem gestärkten Gemeinschaftsgefühl und positiver Stimmung geht es an die Tagesplanung. Aktionen und Ausflüge werden besprochen, sodass die Kinder sich orientieren und auf den Tag einstellen können.

Mittags wird im Anschluss an die Gartenarbeit das Mittagessen vorbereitet. Gemeinsam wird gewogen, geschnippelt und gekocht. Dabei helfen die Größeren den Kleinen. Die Ausflugsgruppe ist währenddessen in einem anderen Garten angekommen. Dort zeigt ihnen das Gärtnerpaar ihre Sonnenblumen. Die Kinder bestaunen die riesigen Blumen, messen sich mit ihnen und wollen wissen, was man mit so großen Blumen machen kann. Warum drehen Sonnenblumen ihren Kopf immer zur Sonne? Können Pflanzen auch miteinander sprechen?

Weiter geht es zum Kräuterbeet. Alle dürfen an den Kräutern riechen und wer sich traut, kostet sogar das ein oder andere Gewächs. Es wird geübt Geruch, Geschmack und Farbe zu beschreiben. Die Gärtnerin erzählt, was man alles aus den Kräutern machen kann. Sie zeigt den Kindern auch einige Heilkräuter und erklärt, gegen welche Krankheiten sie helfen. 

Zum Mittagessen treffen sich alle an der Basisparzelle und tauschen ihre Erlebnisse aus. Die Gärtnergruppe hat frisch gekocht. Dafür erhält sie Aner-kennung von den anderen Kindern. Allen schmeckt es. Nach dem Mittagessen ist Zeit sich auszuruhen, bevor es am Nachmittag aktiv weitergeht. Eine Erzieherin liest eine Geschichte vor und schaut sich gemeinsam mit den Kindern Bilder dazu an.

Nachmittags ist wieder freies Spiel angesagt. Auf dem Spielplatz der Kleingartenanlage ist genug Platz zum Toben, aber auch für kreatives Spiel. Einige Kinder funktionieren Stöcke zu Musikinstrumenten um und versuchen einen Rhythmus zu klopfen. Ein paar Kinder sind von den Aktivitäten am Vormittag etwas geschafft und lassen es ruhiger angehen. Sie basteln kleine Kunstwerke aus Naturmaterialien und fotografieren sie mit Hilfe der Erzieherin. Die Fotos werden später ausgestellt, sodass die Eltern sie bestaunen können.

Danach wird draußen gefrühstückt. Die gesunde Mahlzeit wird zu großen Teilen aus der eigenen Ernte zubereitet. Auf Rücksichtnahme wird geachtet: das Frühstück wird gemeinsam begonnen und beendet.Gestärkt kann es weitergehen. Die Gruppe wird geteilt. Einige Kinder helfen beim Gärtnern und vorbereiten des Mittagessens. Andere unternehmen einen Ausflug zu einer anderen Parzelle. Am nächsten Tag wird getauscht.

Die „Gärtner-Gruppe“ beginnt mit der Pflege der Beete. Das Unkraut muss gejätet werden. Wie entferne ich es, ohne andere Pflanzen zu verletzen? Was ist Unkraut und was bleibt stehen? Feine Unterschiede zwischen den Pflanzen werden wahrgenommen. Es wird geschaut, ob die vor ein paar Tagen ausgesäten Radieschen schon Blätter aus der Erde strecken. Wie viel Zeit ist seitdem vergangen? Hat es genauso lange gedauert wie beim letzten Mal?

Die Beete werden gegossen. Wie viel Wasser passt eigentlich in so eine Gießkanne? Die Kinder testen, wie voll sie die Gießkanne machen können um sie noch gut tragen zu können. Wie viel der Beetfläche kann damit gegossen werden? Und welche Pflanze braucht wie viel Wasser? Die Erdbeerenpflanzen lassen die Köpfe hängen. Wurden sie nicht genug gegossen oder brauchen sie vielleicht Dünger? Gemeinsam wird überlegt, was nun zu tun ist und welche Nährstoffe die Pflanze braucht. Beim genauen Untersuchen werden die ersten roten Erdbeeren entdeckt. Die Freude über den Ernteerfolg ist groß. Allerdings ist nur die der Sonne zugewandte Seite rot. Wie kommt das? Wann ist die Erdbeere reif genug, um sie zu essen? Eine Weile werden sich die Kinder wohl noch in Geduld üben müssen.

 

Grundanforderungen an die Parzelle

  • Alle Schreberanlagen unterliegen dem Bundeskleingartengesetz (BKleinG), das die groben Rahmenbedingungen eines Kleingartens definiert. In ihm ist beispielsweise festgelegt, wer eine Kleingartenparzelle pachten darf, wie man ein Pachtverhältnis kündigt oder auch wie eine Laube auf dem Grundstück erbaut sein darf. Der Ge-setzestext ist an vielen Stellen sehr weit formuliert und legt nur wenige spezifische Werte fest, die bei der Errichtung und Bewirtschaftung von Kleingartenanlagen beachtet werden müssen. Die konkreten baulich-technischen Anforderungen lassen sich in der jeweiligen Landesbauordnung finden.

  • Neben der jeweiligen Landesbauordnung hat jedes Bundesland eigene Vorschriften zur Nutzung eines Kleingartens, in unserem Fall die „Rahmenkleingartenverordnung des Landesverbandes Sachsen der Kleingärtner e. V“. Darin werden Details definiert, wie die landwirtschaftliche Nutzung des Gartens, die Bebauung bis hin zum Umgang mit Gemeinschaftsflächen und Wegen. Es werden verbotene Pflanzen, Wuchshöhen festgelegt und der Umfang der Anbaufläche vorgeschrieben. Auch die für den Verein zu erbringende Arbeitsleistung der Pächter:innen wird festgelegt. Zudem beinhaltet die Verordnung Informationen zur Ver- und Entsorgung.

  • Die Bauordnungen der jeweiligen Bundesländer regeln Bestimmungen der Brandverhütung, Mindest-, Maximal- und Abstandsflächen und Anforderungen an die verwendeten Baustoffe bestimmter Gebäudeklassen etc. In unserem Falle liegt die Sächsische Bauordnung (SächsBO) zugrunde. Bundeslandübergreifend kann es zu Abweichungen der Bestimmungen kommen, weshalb auch die rechtlichen Vorgaben für jedes Vorhaben konkret geprüft werden müssen. Im Allgemeinen gibt es aber nur geringfügige Abweichungen.

  • Weitere bundeslandspezifische Regelungen betreffen die Inbetriebnahme von Krippen, Kitas und Schulkindbetreuung. Diese legen Anforderungen an Innen- und Außenräume fest und enthalten Vorgaben zur Ausstattung sowie zu betrieblichen und organisatorischen Abläufen der Einrichtungen.

  • Alles in allem gilt festzuhalten, dass die Kleingarten-Einrichtungen eine neue Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsform darstellen, die den bestehenden Formen, insbesondere den Naturkindergärten, am nächsten kommt. Deshalb sind bei der Planung der Kleingarten-Einrichtungen, insbesondere der Kleingarten-Krippen und -Kitas, ergänzend die jeweiligen landesrechtlichen Hinweise zum Betrieb von Naturkindergärten zu berücksichtigen.

 

Sonstige Grundausstattung

Die Parzelle soll weitgehend unabhängig funktionieren. Strom- und Warmwassererzeugung sollte auf der Parzelle mittels Solaranlagen ermöglicht werden können. Der Flächenbedarf kann weitgehend über die Dachflächen der Lauben gedeckt werden, da der Verbrauch in einer naturnahen Krippe-, Kita- und Schulkindbetreuung weitgehend gering ausfällt. Dabei sind die Höchstgrenzen zur Stromversorgung der Kleingartenordnungen einschlägig. Die Kleingarten-Einrichtung muss und kann mit begrenzten Erschließungen problemlos betrieben werden. Durch die Selbstversorgung und die adäquate Gestaltung des Speiseplanes kann beispielsweise auf große Kühlschränke verzichtet werden. Alternativ könnte deren Betrieb in dem örtlichen Vereinsheim sichergestellt werden. Kleinere Kühlboxen, beispielsweise für Notfallmedikamente lassen sich hingegen über die solare Stromversorgung betreiben. 

Für die Bewässerung des Gartens wird eine Zisterne oder ein Brunnen benötigt. Darüber hinaus könnte Brauchwasser wieder aufbereitet werden, um den Gesamtwasserverbrauch entsprechend zu senken. 

Anfallender organischer Abfall kann über Normalrotten oder Heißrotten verwertet werden und im kompostierten Zustand dem Kreislauf als fruchtbare Erde wieder zugeführt werden. Dafür benötigt man drei voneinander getrennte Kompostiereinheiten, die ein Umschichten ermöglichen.

Multifunktionalität

Alle Bedingungen lassen sich auf 300 m2 nur erfüllen, wenn man die Räume multifunktional gestaltet. Einzig die Küche muss aufgrund der Anschlüsse und der Hygieneanforderungen alleinstehend sein. Die Anbaufläche für die Selbstversorgung ist gleichzeitig Freispiel- und Lernfläche für die Kinder. Die Garderobe lässt sich mit einigen Handgriffen in einen Essbereich mit Tischen und Stühlen verwandeln. Die Dachflächen können mittels Solarpanelen oder Solarthemie, notwendige Energie erzeugen. Komposttoiletten erfüllen die Anforderungen des Kita-Gesetztes an Sanitäranlagen und bilden eine umweltfreundliche und autarke Lösung für Dünger. Dieser ist die Grundlage für eine gute Ernte an eigenem Gemüse, Obst und Kräutern, welche die Basis der Selbstversorgung der Kita und der Schulkindbetreuung darstellen.

Wichtig zu erwähnen ist, dass alle Flächenangaben sich auf das absolute Minimum beziehen und lediglich die Umsetzbarkeit beweisen sollen. Die Umsetzung wurde in den Entwürfen anhand des Szenarios geprüft, welches sich ausschließlich auf die Nutzung der Parzellen mit Lauben reduziert. Stünde mehr Fläche zur Verfügung, z. B. über größere oder mehr Parzellen, oder erwägt man die Mitnutzung eines Vereinsheimes, so könnte man die Raumflächen, Gruppengrößen oder Gruppenanzahl erweitern. Die hier angenommenen Flächen werden über die Ausflüge zu anderen Parzellen entlastet. Die Ausflugsparzellen stellen ebenfalls Lern- und Spielfläche für die Kinder dar und können auch einen Beitrag zur Selbstversorgung leisten. 

 

Außenraumgestaltung

Der Außenraum nimmt in der Planung der Kleingarten-Krippe, -Kita und Schulkindbetreuung einen besonderen Stellenwert ein. Da die Kinder sich ganztägig vor allem draußen aufhalten, muss dieser verschiedenen Belangen gerecht werden. Hier wird gespielt, Raum für Rückzug und Ruhe benötigt, die Selbstversorgung findet in einem großen Teil der Parzelle Platz und sanitäre Anlagen brauchen einen Ort, der sinnvoll organisiert ist.

Zu Beginn des Entwurfsprozesses ist genau zu prüfen, welche Aktivitäten zwingend im Innenraum stattfinden müssen und welche – etwa bei geeignetem Wetterschutz wie Sonnensegeln oder Vordächern – auch dauerhaft oder witterungsabhängig im Außenbereich stattfinden können (z. B. Kochen, Ruhen etc.).

Darüber hinaus muss auch die Struktur der gesamten Kleingartenanlage betrachtet werden. Beim Ankommen und Abholen, bei den täglichen Ausflügen innerhalb der Kleingartenanlage und für Besucher:innen ist eine gute Orientierung wichtig. Um diese herzustellen, bedarf es eines gut sichtbaren Wegeleitsystems. Es sollte auch für die Kinder intuitiv zu erfassen sein. Wege könnten bezeichnet werden und mit einfach und eindeutig zuzuordnenden Symbolen oder Farbzuordnungen versehen werden. Sie können zusammen mit den Kindern und Kleingärtner:innen entwickelt und realisiert werden. 

Durch die Anordnung der Lauben zueinander lassen sich unterschiedliche Bereiche klar strukturieren, etwa Anbauflächen und Spielwiesen oder öffentliche Ankommensbereiche gegenüber privateren Zonen der Krippe, Kita oder Schulkindbetreuung. Dadurch entstehen zugleich nachvollziehbare Wegestrukturen innerhalb der Parzelle und die Möglichkeit, unterschiedliche Tagesabläufe räumlich abzubilden.

In den Zwischenräumen können Überdachungen die baulichen Einheiten verbinden und zugleich wind- und sonnengeschützte Aufenthaltsbereiche schaffen. 

Dabei muss die Raumbildung keineswegs über feste bauliche Maßnahmen realisiert werden. Abgrenzungen unterschiedlicher funktionaler Gartenbereiche ergeben sich durch die Begrünung der Parzellen. So könnte eine Himbeerhecke einen Sichtschutz für einen Ruhebereich darstellen. Auf der anderen Seite können die Kinder auf dem Acker Pflanzen anbauen oder auf einer Spielwiese toben. Die „grüne Zonierung” sorgt zudem dafür, dass die Kindergartenparzellen kein offensichtlicher Exot innerhalb der Kleingartenanlage wird. Mit Ackerbau, Wiese, Hecken und Bäumen und einer entsprechenden Konstruktionsweise fügt sie sich optimal in ihre Umgebung ein.

 

Versorgungskonzept in der Umsetzung

Die beispielhafte Gestaltung der Parzellen für eine 300 m2-und eine 500 m2 -Parzelle basiert jeweils auf einem Pflanzplan, der bevorzugte Standortbedingungen, Platzbedarf, Ernteorgane und -zeiträume bzw. Erntemengen und sonstige Nutzungsmöglichkeiten der Pflanzen berücksichtigt. Die Bewirtschaftung der Parzelle nach dem Vorbild des Waldgartens sieht eine Bepflanzung in drei horizontalen Ebenen (Baum-, Strauch- und Krautschicht), ergänzt durch rankende Pflanzen vor. 

Beispielsweise können direkt um den Stamm eines Apfelbaums Beinwell, Salomonsiegel und Gemüseampfer wachsen und im weiteren Radius niedrigere Pflanzen wie Zitronenmelisse, Minze und Rotklee, übergehend zu trittfesten Bodendeckern wie Weißklee, Walderdbeeren und Veilchen. Für rankende Pflanzen wie z. B. Minikiwi kann der Apfelbaum als Rankhilfe dienen. 

Kriterien für die Pflanzenwahl

  • einheimische Pflanzen werden bevorzugt, Wildpflanzen mit integriert

  • Insektenfreundlichkeit (durch Vielfalt an Pflanzen, Strukturreichtum und Wahl einheimischer Pflanzen/Wildpflanzen gegeben) 

  • Pflanzen, die robust und einfach anzubauen sind werden bevorzugt

  • ausreichend Winterhärte der mehrjährigen Pflanzen

  • Pflanzen, die sich zum Mulchen eignen (z.B. Beinwell, aber auch alle Laubbäume) und den Boden mit Stickstoff anreichern (z.B. Ölweide) mit ins System einplanen, um Nährstoffkreisläufe zu schließen und so längerfristig weniger Material von Außen zuführen zu müssen

  • essbare Pflanzen/Pflanzenteile sind (auch in größeren Mengen) roh essbar/geringer Zubereitungsaufwand

  • v.a. in kleineren Parzellen werden ertragreiche Pflanzen bevorzugt

  • lange Ernteperioden/Verfügbarkeiten: Mehrjährige Kräuter sind schon sehr früh im Jahr, manche auch durchgehend erntbar, bei lagerbarem Obst & Gemüse (z.B. Äpfel, Birnen, Kartoffeln) sollten spätreifende Sorten gewählt werden; auch bei nicht lagerbarem Obst wie z.B. Pflaumen, Himbeeren möglichst späte Sorten wählen, um Erntezeitfenster zu verlängern

  • allg. das auswählen, was nicht sowieso schon vorhanden ist z.B. auf Besuchsparzellen genutzt werden kann, ebenso z.B. nur ein Süßkirschenbaum, wenn in der Nähe schon einer zur Befruchtung vorhanden ist

  • auf Anbaufläche die einjährigen Kulturen anbauen, die kein mehrjähriges Pendant haben bzw. die „sich lohnen“

  • Multifunktionalität: z.B. Tobe-/Ruheplatz unter (aufgeasteten) Bäumen, mit Weißklee (Bienennahrung!) als Untersaat

  • Struktur: Abgrenzungen, sonnige und schattige Ruhebereiche für (kleinere) Kinder

    flexible Gestaltung: jeder Garten kann entscheiden, ob mehr Platz zum Toben oder Selbstversorgung benötigt wird, in dem mehr oder weniger Bäume eingeplant werden

Mehrjährige Kräuter- und Gemüsepflanzen haben in der Regel einen höheren Trockenmasseanteil. Durch ihre längere Standzeit können die Pflanzen vermutlich, weiteres Wurzelwerk, weniger züchterische Veränderung und höhere Nährstoffgehalte aufweisen, als vergleichbare einjährige Kulturarten. Brennnessel beispielsweise enthält nahezu doppelt so viel Eisen und Protein wie Spinat und kann diesen bezüglich Vitamin C und Kalzium sogar um ein Vielfaches überbieten. Der Einfachheit halber wurden Nüsse und stärkehaltige Knollen zu Obst und Gemüse gezählt. Der Selbstversorgungsanteil an Kohlenhydraten und Fetten kann durch Anbau von Nüssen (Walnuss, Haselnuss, Esskastanie) und stärkehaltigen Knollen (Topinambur, Yam, Erdbirne, Knollenziest, Kartoffel) erhöht werden. Die Proteinversorgung kann mit dem Anbau von Leguminosen (Bohnen, Erbsen) hochgeschraubt werden.

Es wird angenommen, dass das Gewächshaus im Frühling zur Anzucht und im Herbst/Winter zur Überwinterung genutzt wird, daher wird hier mit nur einer Hauptkultur wie z. B. Tomaten gerechnet. Andernfalls könnten hier durch Vor- und Nachkulturen höhere Erträge generiert werden. Zusätzlich können öffentlich zugängliche Bäume beerntet werden wie z. B. Obstbäume oder Linden (junge Blätter sehr gut als Gemüse, Blüten als Tee).

Nicht nur Essbares sollte als Ertrag gesehen werden, sondern auch z. B. Holz als Bau- und Bastelmaterial (z. B. Ruten von Haselnuss) und auch Ökosystemdienstleistungen wie Nahrung und Schutz für Tiere (was wiederum hilft, das biologische Gleichgewicht im Lot zu halten und damit wieder weniger Arbeit für die Gärtner:innen bedeutet). Für die Fläche mit einjährigem Gemüse kann man sich an gängigen Konzepten orientieren. Es wird eine 9-teilige Fruchtfolge empfohlen.

 

Verbindung des Innen- und Außenraums

Ein zentrale Gestaltungsmöglichkeit bietet auch das Verbinden von Innen und Außen, sodass der kleine Innenraum sich nach außen öffnet und größer erscheint. Die Umsetzung ist vielfältig, ob mit Fensterfronten, Klappelementen, Vordächern/ überdachtem angrenzenden Außenraum etc.

Die Erweiterung des Innenraumes kann dazu führen, dass bei gutem Wetter einige Funktionen des Innenraums auch nach draußen verlegt werden. Dies erleichtert organisatorische Abläufe, die sich aus dem Tagesablauf ergeben. So könnten zwischen Lauben Hängematten installiert werden, die Platz für Ruhezeiten schaffen. Je nach Bedarf können auch das gemeinsame Essen, Basteln oder sportliche Aktivitäten im Außenraum stattfinden. 

Ziel ist es, die Natur in den Innenraum zu integrieren und den Innenraum durch die Umgebung zu erweitern. Die Lauben bieten einen geschützten Raum, der jedoch möglichst eng mit dem Außenraum verbunden ist. Das pädagogische Geschehen findet dabei überwiegend im Außenraum statt.

 

Bauliche Umsetzung/Konstruktion

Bei der baulichen Umsetzung der Entwürfe gibt es primär eine Hauptanforderung: Sie muss in einer Kleingartenanlage funktionieren. Kleingartenanlagen verfügen über ein enges Wegesystem. Für den Bau der Lauben muss daher auf große Maschinen wie Kräne, Walzen, Betonmischer oder LKWs verzichtet werden. 

Am einfachsten lässt sich dieses Problem lösen, indem die Bauteile in kleineren Einheiten zur Baustelle transportiert und vor Ort montiert werden. Das funktioniert bei einer modularen Konstruktionsweise. Hierfür werden vorgefertigte Bauelemente in einem bestimmten Konstruktionsraster oder einer standardisierten Abmessung (z. B. Raster Holzrahmenbau: 625 mm x 625 mm) vor Ort zusammengefügt. Dies können bereits vollständige Elemente sein, die alle Eigenschaften wie Dämmung, Innenwand- und Außenwandverkleidung bereits beinhalten. Andererseits könnten Holzständerbauten oder andere Stecksysteme, die vorgefertigt geliefert werden, Anwendung finden. 

Ein Kriterium bei der Wahl des Konstruktionsprinzips kann die Beteiligung der zukünftigen Nutzer:innen sein. Dafür muss es eine einfach umzusetzende Bauweise sein, die ein kollektives Erbauen unter Anleitung von Fachpersonal ermöglicht. Ebenso könnten Details entworfen werden, die die Nutzenden, also Kinder und Pädagog:innen in die Nutzung einbezieht. Innenräume könnten durch veränderbare Wandelemente begrenzt werden, die eine Öffnung in den Außenraum ermöglichen. Dies könnte über Flaschenzüge, schienengeführte Module oder andere Öffnungsmechanismen realisiert werden. Dabei können die Kinder selbstverantwortlich in das Entstehen ihrer Umwelt einbezogen werden und Selbstwirksamkeit erfahren.

Bei der Wahl der zu verwendenden Materialien sind unterschiedliche Gesichtspunkte von zentraler Bedeutung. Neben dem pragmatischen Aspekt der Umsetzbarkeit, entscheidet die Konstruktion maßgebend über die Nachhaltigkeit des Bauwerks. Neben der Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen, wie z. B. Holz, Lehm oder Ziegelsteinen steht hierbei die Recyclebarkeit im Fokus. Kann man das errichtete nach der Nutzung wieder in einen Kreislauf zurückführen (Cradle-to-Cradle-Prinzip)? Lassen sich Reparaturen einfach durchführen ohne viel Schaden anzurichten? Oder kann man verbaute Elemente später wieder ausbauen und auf dieselbe Weise wiederverwenden? 

In den Entwürfen wurden in den meisten Fällen Holzkonstruktionsweisen angewendet. Holz ist leicht und kann gut im Werk vorgefertigt werden. Vor Ort lässt es sich ohne Kleber oder Lacke oder andere gesundheitsschädliche Stoffe montieren. Außerdem fügt es sich ästhetisch gut zwischen die anderen Lauben der Kleingartenanlage, von denen viele ebenfalls in Holzbauweise erbaut worden sind. 

Baustoffkreisläufe lassen sich realisieren, in dem Konstruktionseinheiten aus einem Material gefertigt werden, oder die einzelnen Bauteile sich ohne Rückstände voneinander lösen lassen. 

Ein beispielhaft zu nennendes Konstruktionsprinzip ist die Holz100-Produktionsreihe. Hier werden unverleimte Schichtaufbauten aus Holz mit Massivholzdübeln verbunden. Es entsteht eine Vollholzwand ohne Metall-, Kunststoff- oder Klebverbindungen. Nachteil sind hier die Dimensionen der Bauteile. Das heißt, verhältnismäßig viel Grundfläche muss der Konstruktionsfläche zugerechnet werden. 

Ein weiteres Kriterium ist eine einfache Durchführbarkeit von Reparaturen. Hierbei ist weniger die Materialwahl von Bedeutung, als die planerisch konstruktive Umsetzung. Wartungsanfällige Baubestandteile, wie Elektro- oder Wasserleitungen müssen einfach zu erreichen sein und dürfen nicht tief in betonierten Wänden liegen. Leimverbindungen sollten vermieden und durch Schraub- oder Stecklösungen ersetzt werden. Möchte man nach der ersten Nutzung Bauteile wiederverwenden,  gilt es auch hier auf lösliche Verbindungen, wie Schrauben oder Steckmöglichkeiten, zu achten. So können später einzelne Elemente ohne Beschädigung, dem Bauwerk wieder entnommen werden. 

Unter energetischem, gesundheitlichem und nachhaltigem Aspekt sind Aufbauten aus reinen, natürlichen Materialien zu wählen. Beispielhaft sind wärmespeichernder und raumklimafreundlicher Lehminnenputz oder unbehandelter Vollholzwerkstoff zu nennen.

Das äußere Erscheinungsbild der Lauben sollte sich an der gegebenen Umgebungsstruktur, der Laube orientieren. Die geringe Grundfläche, welche durch das Bundeskleingartengesetz vorgegeben wird, spricht für eine rechtwinklige Anordnung, um eine effiziente Nutzung zu gewährleisten. Außerdem gewährleisten quader- oder würfelförmige Strukturen eine logische Rasterung (z. B. im Holzbauindustrieraster) und eine ökonomische, standardisierte Fügung und Montage. 

Um natürliche Licht- und Wärmeenergie im Innenraum bestmöglich zu nutzen ist es wichtig die Anordnung der Fensterflächen und die Beschaffenheit der Innenraumflächen durchdacht zu planen. Fensterelemente sollten nach Süden ausgerichtet sein um den Heizbedarf im Winter zu senken.

 

Rettung und Brandschutz

In deutschen Kleingärten sind Brandschutz und Evakuierungsmaßnahmen weitgehend unzureichend oder nicht vorhanden. Zudem sind die Wege zu den einzelnen Parzellen oft nur für Fußgänger oder Kleinwagen ausgebaut, nicht jedoch für die Fahrzeuge der Rettungsdienste und Feuerwehr. Bei dem Bau einer Krippe, Kita oder Schulkindbetreuung ist die Frage nach Brandbekämpfung und Rettung, jedoch äußerst wichtig und geltenden Gesetzen unterstellt.

Allgemein werden alle Gebäude in sogenannte Gebäudeklassen (GK) unterteilt. Diese GK beziehen sich auf die Anzahl der Geschosse, bzw. Höhe der Gebäude, sowie deren Fläche. Die einzelnen Anforderungen an Bauteile und -materialien sowie Rettungswege unterscheiden sich für die jeweiligen GK. Für alle Geschosse mit mindestens einem Aufenthaltsraum gelten, dass diese mindestens zwei voneinander unabhängige Rettungswege besitzen müssen (§33 (1) SächsBO). Spezielle bauliche Anforderungen an besagte Rettungswege werden jedoch erst dann gestellt, wenn diese nicht mehr den Erdboden berühren. Dementsprechend sind keine mehrgeschossigen Lauben zu planen. Etwaige Aufstellflächen der Feuerwehr entfallen somit ebenfalls.

Da unsere Nutzungseinheiten die Größe von 400 m2 nicht überschreiten, wird unser Gebäude in die GK 1a eingeordnet und besitzt keine Brandschutz-anforderungen für die einzelnen Bauteile und -materialien. Um für den Brandfall eine schnelle und effiziente Wasserversorgung bereitzustellen, ist ein Hydrant zu installieren, entsprechen sind neue Leitungen, unter- oder oberirdisch zu verlegen. Empfehlenswert ist die Wahl eines Oberflurhydranten. Dieser sollte maximal 60 Meter Laufweg (drei Standard B Druckschlauchlängen) von dem Parzelleneingang entfernt sein. Grund hierfür ist der Druckabfall des Wassertransportes innerhalb der Schläuche. Ist ausschließlich die Installation eines Unterflurhydranten möglich, so muss der Parzelleneingang auf einem Laufweg von maximal 40 Metern zu erreichen sein. Da sich die Druckverhältnisse hier standardmäßig stark unterscheiden.

Die ansässige Feuerwehr ist über die Eigenschaften der installierten Photovoltaik-Anlage zu informieren. Der Weg zum eingerichteten Feuerwehrschalter ist so zu planen, dass die Einsatzkräfte diesen auch schnell und problemlos bedienen können. Für eine mögliche Evakuierung ist es wichtig, einen Sammelpunkt außerhalb der Parzelle festzulegen, dieser sollte auf dem sichersten und einfachsten Weg zu erreichen sein. Es empfiehlt sich, in Zusammenarbeit mit der ansässigen Feuerwehr zu planen, so können auch individuelle Lösungen gefunden werden. Zudem sind regelmäßige Evakuierungsübungen durchzuführen, um eventuelle Unsicherheiten abzubauen.Das Personal sollte im Umgang mit Feuerlöschern ausreichend geschult sein, um größere Schäden zu vermeiden. Falls der Kleingarten nicht über einen dauerhaften Winterdienst verfügt, ist dafür zu sorgen, dass der Zugang zum Unterflurhydranten nicht eingeschränkt wird.

 

Neue Einrichtungsform als Chance

Die folgenden Abschnitte greifen häufig geäußerte Bedenken auf, die gegenüber der Idee einer Kleingarten-Krippe, -Kita und -Schulkindbetreuung vorgebracht werden. Diese Bedenken beruhen auf Haltungen und Erfahrungen aus den Bereichen des Kleingartenwesens, der Stadtplanung sowie der Kinder- und Jugendhilfe im Kontext herkömmlicher Einrichtungen. Die Kleingarten-Einrichtung übersetzt diese Bedenken in neue Formen, Strukturen und institutionelle Ansätze und eröffnet damit einen Raum für neue Lösungen.

Dafür ein paar Beispiele: Selbstversorgung ist ein elementarer Bestandteil der Kleingarten-Kita oder Ebenerdigkeit der Kita-Gebäude, seien es Lauben oder Räumlichkeiten im Vereinsheim. Beides sind Bedingungen, die aus unser Sicht von großer Bedeutung sind, um bestehende, auf den ersten Blick widerstreitende Gesetze und Normen miteinander zu verbinden.

Stärkung von Ehrenamt und Vereinsfinanzen

Die laufenden Einnahmen des Kleingartenvereins erhöhen sich, da die bis zu 25 Kinder pro Gruppe und deren Eltern Mitgliedsbeiträge an den Kleingartenverein zahlen. Diese könnten pro Person geringer ausfallen, weil es sich um Mitbenutzungen von Parzellen handelt. Daraus könnte sich eine Staffelung von Beiträgen entwickeln, die eine Satzungsänderung erfordert. Eine andere Möglichkeit besteht darin die Pachtkosten für den Kita-Träger höher anzusetzen als für einfache Mitglieder. 

Wenn Kleingartenverein und Träger gut integriert oder rechtlich sogar innerhalb desselben Vereins bzw. Verbandes organisiert sind, gewinnen die Organisationen professionelles Personal hinzu – etwa Pädagog:innen und Referent:innen in den Trägerverbänden der Schreberjugend. Dieses hauptamtliche Personal kann das Ehrenamt organisieren, fördern und begleiten.

Unser Ausflugskonzept, die Einbindung der Kleingarten-Einrichtung in den Kleingartenverein sowie der Einsatz von Fachberater:innen in Regionalverbänden und Vereinen bilden bewusst angelegte institutionelle Brücken zwischen pädagogischem Hauptamt und kleingärtnerischem Ehrenamt. Sie entstehen mit der Gründung einer Kleingarten-Krippe, -Kita oder -Schulkindbetreuung und stärken mittelfristig die organisatorische Basis des Kleingartenwesens erheblich.

  • Um die Zukunft des Kleingartenwesens zu sichern, ist die Gewinnung neuer Mitglieder zentral. Da der Altersdurchschnitt in vielen Kleingartenvereinen hoch ist, kann die Kleingarten-Krippe, -Kita und -Schulkindbetreuung dazu beitragen, gezielt jüngere Generationen anzusprechen. Für Eltern und Kinder kann die Nutzung der Kleingarten-Einrichtung mit einer Mitgliedschaft im Verein verknüpft werden. So stärkt der Kleingartenverein seine Zukunft generationenübergreifend.

    Um Rückhalt innerhalb der Mitgliedschaft zu sichern, können Familien aus der Kleingartenanlage bevorzugt einen Platz in der Einrichtung erhalten. Zudem werden durch das konzipierte Ausflugskonzept 10 bis 20 Prozent der Mitglieder unmittelbar eingebunden. Die Kleingarten-Einrichtung kann darüber hinaus als quartierbezogener Integrationsmotor wirken: Über die Jahre kommen viele Familien aus dem Umfeld mit dem Träger und dem Kleingartenverein in Kontakt. So wachsen soziale Einbindung und Verbundenheit der Nachbarschaft mit dem Kleingartenwesen nachhaltig.

    Dem wird mitunter ein erhöhter Lärmpegel durch Kinder entgegengehalten. Tatsächlich sind Kinder jedoch bereits heute vielerorts Teil des kleingärtnerischen Alltags – etwa durch Schaukeln, Trampoline, Sandkästen oder Spielplätze innerhalb der Anlagen. Kinderlachen gehört vielerorts bereits dazu. Die Kleingarten-Einrichtung bündelt diese Aktivitäten dagegen räumlich und zeitlich und stellt zugleich eine pädagogische Aufsicht sicher.

  • Die Corona-Pandemie hat in den vergangenen Jahren zu einer Renaissance der Kleingartenbewegung geführt. In vielen Städten traf dies auf ein begrenztes Angebot an Kleingartenparzellen, während insbesondere im ländlichen Raum teilweise weiterhin Parzellen ungenutzt bleiben. In der Regel steuern Kleingartenvereine einen Nachfrageüberhang über Wartelisten. Für die Einrichtung einer Kleingarten-Kita oder -Schulkindbetreuung greift dieses Verfahren jedoch zu kurz.

    Denn die Basisparzelle einer Kleingarten-Einrichtung ist in der Regel größer als eine einzelne Parzelle und sollte strategisch ausgewählt werden, etwa nach Kriterien der Erreichbarkeit, der Nähe zu einem Vereinsheim, einer Festwiese oder einem Spielplatz. Es handelt sich daher nicht um ein operatives Alltagsproblem der Parzellenvergabe, sondern um eine strategische Entscheidung des Vereins.

    Dies kann bedeuten, dass ein oder zwei Pächter:innen ihre bisherige Parzelle aufgeben und auf eine andere wechseln. Ein solcher Umzug ist kein alltäglicher Vorgang und bedarf einer sorgfältigen Begleitung. Überzeugende Argumente sind dabei ebenso wichtig wie konkrete Hilfe und tatkräftige Unterstützung durch den Verein. Ziel sollte sein, Ersatzparzellen so zu gestalten, dass sie mindestens gleichwertige Perspektiven bieten – wenn auch nicht dieselbe Vertrautheit wie die bisherige Parzelle.

    Dazu gehören gegebenenfalls Investitionen in eine neue Laube, schnell tragende Bäume oder hochwertige Erde. Diese Aufwendungen sind Teil der Gründungskosten einer Kleingarten-Einrichtung und sollten als Bestandteil des Gesamtbudgets verstanden werden, nicht als zusätzliche Belastung der Vereinskasse. Erste Ansprechpartnerin für entsprechende Unterstützung ist dabei die Kommune.

  • Die Mustersatzungen der Kleingartenverbände benennen das Heranführen junger Menschen an Naturverbundenheit als zentrales Anliegen. Zugleich verfolgen Kleingartenvereine die kleingärtnerische Nutzung der Parzellen als Vereinszweck.

    Beides erfüllt die Kleingarten-Krippe, -Kita und -Schulkindbetreuung mit ihrem Konzept der Selbstversorgung in besonderer Weise. Auch Eltern und Kinder sind dabei als Mitglieder in den Verein eingebunden. Die Kleingartenordnung bleibt dabei gewahrt: Einfriedungen, Bepflanzung oder die Größe der Lauben orientieren sich an ihren Vorgaben.

    Vereinsheime werden in der Regel für Versammlungen und Vorstandsarbeit genutzt; darüber hinaus werden sie mancherorts gastronomisch verpachtet oder für private Feiern vermietet. Diese Nutzungen können – abhängig von den örtlichen Gegebenheiten – dem Bereich der Vermögensverwaltung, einem Zweckbetrieb oder einem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb zugeordnet werden.

    Eine gemeinnützig getragene Kleingarten-Einrichtung mit Kindern und Eltern als Vereinsmitgliedern sowie einem auf Selbstversorgung und Bildung ausgerichteten Konzept liegt demgegenüber besonders nahe am ideellen Vereinszweck und kann, je nach Ausgestaltung, auch als Zweckbetrieb eingeordnet werden.

    Bei einer von uns avisierten Kinderzahl von maximal 25 Kindern auf 100 Pächter:innen erscheint eine Beeinträchtigung der Gemeinnützigkeit nicht ersichtlich. Im Gegenteil: Der Anteil der Selbstversorgung in einer Kleingarten-Kita oder Schulkindbetreuung dürfte tendenziell höher sein als auf einer durchschnittlichen Kleingartenparzelle.

Einhaltung der gesetzlichen Grundlagen

  • Ein Kleingartenverein kann grundsätzlich selbst Träger einer Kleingarten-Krippe, -Kita oder -Schulkindbetreuung werden. Wie bereits ausgeführt, kann eine solche Aktivität den gemeinnützigen Vereinszweck sogar stärken. Auch Elterninitiativen betreiben kleinere Kindergärten – warum sollte ein Verein mit bestehender Vorstandsstruktur dies nicht leisten können? Voraussetzung ist die Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe. Diese kann innerhalb des bestehenden Kleingartenvereins erfolgen – was wir empfehlen – oder in einer separaten rechtlichen Struktur organisiert werden.

    Gleichzeitig kann eine Kleingarten-Einrichtung auch durch Dritte betrieben werden. In diesem Fall reduziert sich zwar der direkte Steuerungseinfluss des Vereins auf die inhaltliche Verzahnung zwischen Träger und Kleingartenanlage, zugleich sinken jedoch die Anforderungen an den Vereinsvorstand. In Frage kommen dafür lokale freie Träger der Jugendhilfe, städtische Eigenbetriebe oder größere überregional tätige Träger. Entscheidend ist aus unserer Sicht ein tragfähiges Vertragswerk, das sich an den Grundpfeilern des Konzepts orientiert und Verfahren zum Interessenausgleich vorsieht.

    Darüber hinaus kann eine übergeordnete Träger- oder Dachstruktur sinnvoll sein. Fachreferent:innen können das pädagogische Personal beraten, Verwaltungsaufgaben zentral organisiert werden und das Konzept fachlich weiterentwickelt werden. Über eine solche Struktur könnte sich die Kleingarten-Kita als Modell verfeinern, eine Bewegung etablieren und gemeinsam mit lokalen Verwaltungen und Landesbehörden zügig umgesetzt werden. Auch eine solche Dachstruktur bedarf der Anerkennung als freier Träger der Jugendhilfe. Einzelne Landesverbände der Schreberjugend verfügen bereits über diesen Status.

  • Wenn ein Landesverband der Schreberjugend oder ein anderer unabhängiger Träger die Trägerschaft einer Kleingarten-Krippe, -Kita oder -Schulkindbetreuung übernimmt, verpachtet der Kleingartenverein die entsprechende Parzelle grundsätzlich wie gewohnt. Auf rechtlicher Ebene knüpft dieses Modell an bestehende Praxis an: Kindertageseinrichtungen pachten bereits heute Flächen für Gruppenausflüge oder nutzen Parzellen als Ausgangspunkt für Natur- und Waldausflüge.

    Inhaltlich geht die Kleingarten-Einrichtung darüber hinaus. Im Mittelpunkt stehen nicht einzelne Ausflüge, sondern eine dauerhafte gärtnerische Praxis und die Einbindung in den Sozialraum der Kleingartenanlage. Aus unserer Sicht stellt dies nicht zwangsläufig eine Nutzungsänderung in Frage; mögliche rechtliche Fragen wären jeweils im Einzelfall zu prüfen. Selbst dort, wo Fragen der Nutzungsänderung berührt sein könnten, sind diese gegenüber Aspekten des Bestandsschutzes oder – insbesondere im ländlichen Raum – realen Risiken eines Bedeutungsverlusts abzuwägen.

    Zudem spricht viel dafür, dass die Nutzung in wesentlichen Teilen dem kleingärtnerischen Zweck entspricht: Die Basisparzelle einer Kleingarten-Einrichtung umfasst Lauben, Gewächshäuser und einen erheblichen Anteil an Anbaufläche. Damit orientiert sich die Flächennutzung grundsätzlich an den Prinzipien kleingärtnerischer Ordnung.

  • Städtebaulich kann eine Kleingarten-Krippe, -Kita oder -Schulkindbetreuung grundsätzlich genehmigungsfähig sein; dies ist jedoch standortbezogen zu prüfen. Je nach Ausgestaltung kann eine Baugenehmigung erforderlich sein, wobei im Einzelfall öffentliche Belange, Erschließung und planungsrechtliche Voraussetzungen zu berücksichtigen sind. Gerade mit der Ausrichtung auf Umweltpädagogik und Selbstversorgung bestehen aus unserer Sicht gute Anknüpfungspunkte für eine positive Einordnung, ohne dass dies eine Einzelfallprüfung ersetzt.

    Viele Kleingartenanlagen liegen im Außenbereich, sodass regelmäßig Fragen nach § 35 BauGB berührt sein können. Ob eine Zulässigkeit nach § 35 BauGB in Betracht kommt, ist jeweils standortbezogen zu beurteilen. Maßgeblich sind dabei insbesondere die gesicherte Erschließung sowie die Frage, ob öffentliche Belange beeinträchtigt werden.

    Einige Aspekte lassen sich vorausschauend planerisch berücksichtigen. Dazu gehören etwa ein tragfähiges Mobilitätskonzept mit guten Fuß- und Radwegeverbindungen, Fahrradabstellmöglichkeiten, gegebenenfalls Haltemöglichkeiten für Bring- und Holverkehre sowie eine gute Beleuchtung der Zugänge. Solche Maßnahmen können sowohl der Einrichtung als auch der Allgemeinheit zugutekommen.

    Zudem spricht für viele Standorte, dass die Basisparzelle mit Lauben, Gewächshäusern und einem hohen Anteil an Anbaufläche wesentliche Elemente kleingärtnerischer Nutzung aufnimmt. Auch Fragen zu Umbau, Sanierung oder Weiterentwicklung bestehender baulicher Strukturen wären jeweils anhand der einschlägigen bau- und planungsrechtlichen Vorgaben im Einzelfall zu prüfen.

  • Die Kleingarten-Einrichtung kann zusätzlich Argumente für den Bestandsschutz von Kleingartenanlagen stärken. Zum einen trägt sie zum Erhalt bestehender Bausubstanz bei, da sie weitgehend auf vorhandene Strukturen aufbaut und nur in begrenztem Umfang neue bauliche Maßnahmen erfordert. Nötige Investitionen in Vereinsheime, Zaunanlagen oder Spielplätze sind vielerorts ohnehin überfällig; die Einbindung eines Trägers kann solche Instandhaltungsprozesse zusätzlich befördern.

    Dies gilt besonders für den ländlichen Raum, in dem viele Kleingartenanlagen unterausgelastet sind und kommunale Investitionen oft ausbleiben. Im urbanen Raum wiederum wächst der Siedlungsdruck in Ballungsräumen stetig. Für den langfristigen Erhalt von Kleingartenanlagen braucht es dort überzeugende Gemeinwohlargumente. Eine gemeinnützige, nachhaltige und auf kleingärtnerischen Prinzipien beruhende Kinderbetreuung kann ein solches Argument in besonderer Weise liefern.

Für Kommunen kosteneffizient

Erschließung
Für Kommunen können zusätzliche Erschließungsmaßnahmen wie die Beleuchtung von Wegen, Wasser- und Stromanschlüsse in Kleingartenanlagen Investitionen mit Mehrwert für alle Generationen darstellen. Sie kommen älteren Gärtner:innen ebenso zugute wie Kindern und Familien. Vor diesem Hintergrund erscheint eine Beteiligung etwa von Umwelt-, Grünflächen- oder Verkehrsämtern an entsprechenden Maßnahmen naheliegend.

Dies gilt auch für den Umbau oder die Sanierung von Vereinsheimen für eine Doppelnutzung mit Krippe, Kita oder Schulkindbetreuung. Solche Maßnahmen können nicht nur als Voraussetzung für die Einrichtung verstanden werden, sondern zugleich als allgemeine Instandhaltungs- und Modernisierungsinvestitionen in die Kleingartenanlage.

Kostengünstig und für alle Generationen
Die Kleingarten-Krippe, -Kita und -Schulkindbetreuung ist grundsätzlich an einer Betreuung im Freien orientiert. Im Basisszenario sind daher die Baukosten für den Ausbau bzw. die landschaftsplanerische Gestaltung von Parzellen und Lauben bzw. die Herrichtung einer Notunterkunft im Vereinshaus gering. Wird das Vereinshaus mit umgebaut  kommen Zusatzkosten hinzu, allerdings steigt auch die Kapazität der Einrichtung. Wir schätzen die Kosten pro Gruppe auf 50.000 Euro bis 150.000 Euro - je nach Umsetzung. 

Laufende Kosten lassen sich über die Bedarfsplanung bzw. über eine angemessene Beteiligung von Trägern finanzieren. Die laufenden Aufwendungen für den Betrieb in Form von Materialien, Ausstattungen der Räume etc. sind im Vergleich zu aufwendigeren Baulichkeiten unterproportional. Die laufenden Personalkosten sind die gleichen wie bei anderen Kita-Formen.

Betriebswirtschaftlich tragfähig

Die Kleingarten-Einrichtung ist aus unserer Sicht primär eine ideell wichtige umweltpädagogische Alternative, die gestärkt werden muss, um möglichst viele unserer Kinder naturnah betreuen zu können. Sie ist gesamtgesellschaftlich sehr überzeugend, weil Investitionen in bestehende Anlagen fließen, die der Allgemeinheit offenstehen. Gleichwohl muss sie im laufenden Betrieb tragfähig sein. Das ist aus unserer Sicht ebenfalls der Fall.

Fachpersonal
Für die fachliche Betreuung in der Kleingarten-Krippe, -Kita und Schulkindbetreuung wird Personal benötigt, das eine Affinität zu nachhaltiger Entwicklung und naturbezogener Pädagogik mitbringt. Eine spezifische gärtnerische Ausbildung ist dabei nicht zwingend erforderlich, da das notwendige Wissen häufig durch Kleingärtner:innen in den Anlagen sowie durch Fachberater:innen der Vereine und Verbände eingebracht werden kann.

Neben pädagogisch ausgebildeten Fachkräften für Krippe, Kita und Schulkindbetreuung wird insbesondere eine zusätzliche Fachkraft benötigt, die gemeinsam mit den Kindern Anbau, Ernte, Verpflegung und Kompostierung praktisch begleitet. Dies kann eine pädagogische Fachkraft mit gärtnerischer Affinität oder eine Hauswirtschaftskraft mit pädagogischer Zusatzausbildung sein. 

Die Kinderanzahl pro Einrichtung variiert zwischen 15 und 75 Kindern, je nach Größe der Kleingartenanlage. Das sind relativ kleine Einheiten. Die reguläre Fachkraft-Quote bzw. der geltende Betreuungsschlüssel, der in den jeweiligen Richtlinien der Länder geregelt ist, wird in der Kleingarten-Einrichtung erfüllt. Die Normen für Naturkindergärten oder klassische Kitas sind einschlägig. 

Laien- und Randzeitenbetreuung
Darüber hinaus bietet die Kleingarten-Szene die Möglichkeit, ehrenamtlich engagierte Personen in den pädagogischen Alltag einzubinden. Dies kann zu einer Entlastung des Fachpersonals beitragen. Die bereits erwähnten Gemeinschaftsstunden der Kleingärtner:innen können beispielsweise für die Begleitung von Ausflügen oder unterstützende Tätigkeiten in Randzeiten genutzt werden, stets unter der Verantwortung und Anleitung pädagogischer Fachkräfte.

Auch die räumliche Nähe von Eltern, die selbst Parzellen in der Kleingartenanlage nutzen, eröffnet Potenziale für eine stärkere Einbindung in organisatorische Abläufe. Dies kann im Einzelfall auch in Teilzeitbeschäftigungen münden. Hinzu kommen potenziell geringere Kosten für die Verpflegung, da die Selbstversorgung im Konzept eine wichtige Rolle spielt.

Gegenwind durch Politik und Verwaltung

Wenn Sie sich dafür interessieren, auf welche Widerstände so ein Projekt in Politik und Verwaltung stoßen kann, finden Sie hier eine ausführliche Dokumentation.