Das Team der Gesellschaft für Gemeinsinn
Sarah Langer
Team Quartierpflege
Räume mit Leben füllen
Aufgewachsen im dörflichen Erzgebirge, zog es mich über einige Umwege schließlich nach Leipzig. Schon während des Studiums in Chemnitz begeisterte es mich, leerstehende Räume mit Leben, Gemeinschaft und progressiven Ideen zu füllen. Nach wie vor – inzwischen auch als Organisationswissenschaftlerin und -beraterin – fasziniert es mich, wie Menschen sich organisieren und daraus Solidarität entstehen kann.
Organisation denken und gestalten
Ob in meiner Promotion zu Abweichungen von Standards in Organisationen oder in der Evaluation und wissenschaftlichen Begleitung von NGOs im Bereich Demokratieförderung und Vielfaltgestaltung – ich habe mich viele Jahre damit beschäftigt, wie Organisationen Veränderung gestalten und woran sie manchmal scheitern. Was mich dabei antreibt, ist der unermüdliche Versuch der Unbeschwertheit: Ich möchte, dass Menschen in Organisationen, in Teams, in Quartieren Veränderung als etwas Zuträgliches und Leichtes erleben können. In der QuartierPflege sehe ich genau das: die Veränderung von Sorge und solidarischen Strukturen, die in der Nachbarschaft gestaltet und gemeinsam getragen werden.
Sebastian Starke
Team QuartierPflege
Von der Bühne ins Quartier
Ich komme ursprünglich aus der Musik – viele Jahre habe ich als Komponist, Musicsupervisor und Tontechniker gearbeitet und kreative Projekte zwischen Bühne, Studio und Film mit auf die Beine gestellt. In dieser Zeit habe ich viel über Kooperation, gutes Timing und das Zusammenspiel verschiedener Menschen und Disziplinen gelernt.
Als die Pandemie kam, habe ich innegehalten und meinen Kompass neu ausgerichtet: Seither engagiere ich mich mit viel Eigeninitiative für nachhaltige Projekte, bei denen Umwelt, soziale Verantwortung und Gemeinwohl zusammengedacht werden.
Struktur mit Sinn
Ich war schon immer jemand, der gern Dinge organisiert, vernetzt und ins Rollen bringt – egal ob im Tonstudio, auf Festivals oder zuletzt bei nachhaltigen Projekten in der Landwirtschaft. Strukturen zu schaffen, die alltagstauglich und sinnvoll sind, liegt mir am Herzen. Bei der QuartierPflege kann ich genau das einbringen: Klarheit schaffen, Menschen verbinden und Projekte mit Leben füllen.
Nele Schneider
Team QuartierPflege
Nachbarschaft und Gemeinschaft
Aufgewachsen in einer ostberliner Genossenschaft habe ich früh erlebt, wie wichtig Austausch und Unterstützung im Alltag sind. Den Großstadtwusel habe ich immer genossen, und doch hat es mich zum Studium nach Leipzig gezogen: eine Stadt, die weniger anonym ist und Begegnungen persönlicher macht. Spätestens nach meinem halben Jahr an der Universität in Hanoi habe ich die Übersichtlichkeit und Nähe in Leipzig besonders zu schätzen gelernt.
Solidarität im Alltag
Als Kulturwissenschaftlerin und Soziologin habe ich mich wissenschaftlich mit ungewollten Schwangerschaften im Kontext von Partnergewalt beschäftigt. Dabei hat mich vor allem interessiert, wie soziale und medizinische Versorgung ineinandergreifen. Mit der Zeit wurde mir klar, dass ich nicht nur theoretisch arbeiten möchte, sondern ganz praktisch. Auch in meiner Wohnungsgenossenschaft und einer Leipziger Nachbarschaftsinitiative engagiere ich mich aktiv aus der Überzeugung, dass eine offene und solidarische Gesellschaft im Kleinen beginnt. So bin ich nun bei der QuartierPflege, um diese Idee weiterzuführen.
Janina Gerth
Team Kleingarten-Kita
Engagement und Selbsterfahrung
Geboren in der baden-württembergischen Kleinstadt Schwäbisch Hall, aufgewachsen im ländlichen Raum Ostthüringens, erfasste mich die Leidenschaft neue Horizonte zu entdecken. Zwischen Auslandserfahrung, Sozialpolitischem Engagement, kultureller und musischer Selbsterfahrung wurde es nach der Geburt meines Sohnes zu meinem vorrangigen Interesse, ein zuhause für uns zu finden. So landete ich in Leipzig, entdeckte meine Leidenschaft für wohlgesonnene großstädtische Anonymität und die Vorzüge vielfältigster kultureller und sozialer Möglichkeiten.
Zuhause und Zusammenhalt
‚Zuhause sein, sich zuhause fühlen, Wurzeln schlagen‘, ist für mich seit meiner Kindheit ein zentrales Thema. Durch meinen familiären Ost-West-Hintergrund fühlte ich mich an dem einen Lebensort immer fremd geblieben und ‚dazugezogen‘, am anderen Ort blieb ich die Besucherin mit familiärer Verbindung.
Was bedarf es, um Verwurzelung und ein Gefühl von Heimat zu generieren? Mit dieser Frage habe ich mich auch in weitreichenderen sozialen und politischen Kontexten beschäftigt. Auch als angehende Architektin ist das mein Thema, mit dem ich mich intensiv auseinander setze. Und nicht zuletzt im Ehrenamt bei der Gesellschaft für Gemeinsinn.
Daniel Stirnberg
Team Soziokultur
Mit Kohle im Blut
Als gebürtiger Schalker trägt er das Herz auf der Zunge, aber eben auch die Kunst im Herzen. Er ist Ästhet und Visionär durch und durch.
Sein Leben ist bestimmt durch Abwechslung und Entwicklung. Seit 8 Jahren zu Hause in Leipzig, hat er hier inzwischen eine kleine Familie gegründet. Kreativität steht vor all seinen Projekten, sei es beruflich oder privat. Also Foto- und Videograf, studierter Kommunikationsdesigner und jahrelanger Musiker ist für ihn die Arbeit Leidenschaft, sein Beruf eine wahre Berufung.
Soziales Miteinander
Soziales Engagement ist für ihn seit klein auf ein Begleiter, seit über 6 Jahren unterstützt er jährlich die FSJler der Caritas mit einem Technik Workshop und zeigt so neue Wege auf. Doch oftmals ist er weitaus mehr, Freund, Kummerkasten, der Mensch, der das Individuelle sieht, der zuhört und nicht vorschnell urteilt.
Marietheres Boemmel
Team QuartierPflege
Mehr als Raumgestaltung
Ich habe Architektur erst in Regensburg und dann in Leipzig studiert. Im Studium und bis heute interessiert mich, wie unsere gebaute Umwelt das Leben der Menschen beeinflusst, die in ihr wohnen. Architektur ist für mich mehr als Raumgestaltung. Sie kann Begegnung schaffen, Teilhabe fördern und Quartiere beleben. Leipzig als lebendige, sich stetig wandelnde Stadt hat mich schnell für sich gewonnen. Ich fühle mich hier angekommen.
Architektur mit Verantwortung
Seit meiner Masterarbeit zu demenzsensiblem Wohnen lässt mich eine Frage nicht los: Wie können Räume so geplant werden, dass Menschen auf Dauer in ihrer vertrauten Umgebung verbleiben können, ohne entwurzelt zu werden? Bei der Gesellschaft für Gemeinsinn sehe ich die Möglichkeit, Gestaltung und Gemeinwohl wirklich zusammenzubringen – keine Selbstverständlichkeit in der Architekturpraxis.
Hannes Wenner
Team QuartierPflege
Mentalität als Motor
Als Wahlkölner seit mehr als 20 Jahren habe ich die natürlichen Beschränkungen des nordhessischen Zonenrandgebiets (so hieß das damals wirklich) mittlerweile wohl weitgehend überwunden.
Die Offenheit anderen Menschen gegenüber - egal welchen Hintergrund sie auch haben mögen - empfinde ich als Bereicherung für mein Leben. Daraus wurde auch mehr und mehr der Wunsch, in einem nicht unkomplizierten gesellschaftlichen Umfeld etwas für Menschen zu tun. Und genau das tun wir mit der Gesellschaft für Gemeinsinn.
Kreativität als Anker
Schon immer und weiterhin wichtig ist mir Musik. Einige Jahre warf sie meinen Lebensunterhalt ab, da ich elektronische Tanzmusik veröffentlichen und mit dieser auftreten konnte. Ohne sie als essentielles Element möchte ich mir mein Leben nicht vorstellen.
Wenn ich nicht beruflich an neuen Ideen und Konzepten feile, kann man mich bisweilen dabei antreffen, mir neue Spiele mit unnötig komplizierten Regeln auszudenken.
Felix Friedrich
Team Demokratiearbeit
Journalist und Gründer
Ich bin geboren und aufgewachsen in Berlin, in der Nachwendezeit. Nach meinem Studium der Politikwissenschaft, VWL und Politischen Philosophie in Mannheim, Dublin und Barcelona bin ich Journalist, Medienunternehmer und Moderator geworden, um zu mehr Verständnis, Empathie und konstruktiven Diskussionen auf Augenhöhe beizutragen. Deshalb habe ich zusammen mit meinem Mitgründer Dario Nassal 2015 die Nachrichten-App „Buzzard“ gegründet.
Kooperation mit „Buzzard“
2019 habe ich Florian Kiel von der Gesellschaft für Gemeinsinn kennengelernt. Unsere geteilte Vision für mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt hat dazu geführt, dass wir mit unseren Organisationen verschiedene Kooperationsprojekte im Bereich der Demokratiearbeit erfolgreich auf die Beine gestellt haben, ein buntes Team aus Redakteur:innen, Entwicklern und Pädagoginnen von „Buzzard“ hat immer wieder begeistert mitgewirkt.
Unter anderem haben wir während der Pandemie Medienkompetenz-Workshops für Schulen entwickelt und Tausenden Jugendlichen dabei geholfen, Fake News besser zu erkennen, reflektierter mit sozialen Medien umzugehen und konstruktive Diskussionen auf Basis von Argumenten zu führen. In Demokratie-Projekten wie dem Forum Junge Meinung oder dem Thinktank für Zusammenhalt steht die Partizipation von Jugendlichen im Mittelpunkt – und damit die vielversprechenden Perspektiven und Lösungsvorschläge aus der nächsten Generation.
Kaśka Bryla
Team Soziokultur
Volkswirtin und Autorin
Kaśka Bryla ist in Wien geboren, zwischen Wien und Warschau aufgewachsen. Studium der Volkswirtschaft in Wien, Studium am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig, wo sie 2015 die Literaturzeitschrift und das Autor_innennetzwerk PS – Politisch Schreiben mitbegründete und seither Teil der Redaktion ist. PS: Politisch Schreiben erscheint jährlich in Print und digital.
Inszenierung und Roman-Debüt
Kaśka Bryla schreibt Langprosa, Kurzprosa, Essays und dramatische Texte, war Redakteurin des Monatsmagazins an.schläge in Wien, erhielt 2013 das österreichische START-Stipendium und 2018 den Exil Preis für Prosa. Von 2016 bis 2019 gab sie Kurse zu Kreativem Schreiben im Gefängnis. Seit 2016 für Menschen mit Migrationshintergrund. 2019 inszenierte sie in Leipzig an der Schaubühne Lindenfels die Reihe Szenogramme. Ihr Romandebüt „Roter Affe“ ist 2020 im Residenz Verlag erschienen. Derzeit erarbeitet sie gemeinsam mit „ongoing project“ das Theaterstück „Das verkommene Land“, das im September 2021 an der Schaubühne Lindenfels uraufgeführt wird.
Leo Barnett
Team QuartierPflege
Vom Status quo zur Struktur
Mein Studium der Erziehungswissenschaft in Berlin und Halle legte den Grundstein für meine Arbeit mit Menschen. Nach dem Studium merkte ich schnell, dass mir das projektbasierte Arbeiten in Teams mehr lag als der Alltag in der pädagogischen Praxis. Das ständige "Löschen von Krisen" nur zur Wahrung des Status quo ermüdete mich. Nach zwei Jahren war klar: Ich brauche eine Veränderung, die auf nachhaltige Strukturen abzielt.
Der Hebel für die Gesellschaft
Ich wollte immer gesellschaftlich etwas vorantreiben, das nicht nur Symptome behandelt, sondern die Wurzeln von Herausforderungen angeht. Die QuartierPflege bietet genau das: Sie schafft neue, tragfähige Versorgungsmodelle. Hier habe ich die Chance, meine Erfahrung im Team- und Projektmanagement zu nutzen, um etwas zu bewegen, das sogar einen bundesweiten Hebel für eine zukunftsfähige Gesellschaft hat. Diese Zukunft gestalte ich jetzt aktiv mit.
Florian Kiel
Geschäftsführender Vorstand
Starke Zivilgesellschaft
Als echter Hamburger Jung war ich Anfang der 90er Jahre nah dran an der Anti-Atom-Kraft-Bewegung. Seitdem setze ich mich für Umweltschutz und eine starke Zivilgesellschaft ein, weil gesellschaftliche Veränderungen Visionen, Engagement, und Beharrungsvermögen benötigen.
Persönlicher Einsatz
Als Ehrenamtlicher bin ich über 20 Jahre engagiert gewesen: als Umweltaktivist, als Pfadfinder, als Kommunalpolitiker im heimatlichen Gemeinderat oder als Mentor für Schüler:innen aus anderen Herkunftsländern.
Als Social Entrepreneur war ich ein Gründer der Bienensauna und beriet öko-soziale Ideen und Projekte, um nachhaltiges Denken zu fördern und ehrbare kaufmännische Werte vorzuleben.
Probleme beheben
Als Gründer der Gesellschaft für Gemeinsinn ist es mir wichtig, Menschen in Strukturen einzubinden, die wohl wollen, statt Obrigkeit zu fördern. Institutionen zu bauen, die uns gemeinsam größeren Einfluss auf unser tägliches Umfeld nehmen lassen. Mich interessieren umsetzbare Lösungen, die unsere großen gesellschaftlichen Problemfelder nicht bloß abmildern oder verdecken, sondern lebenswirkliche Alternativen sind.
Judith Vrenegor
Team QuartierPflege
Der Blick für lokales Leben
Mein Aufwachsen in einem Gastbetrieb legte den Grundstein für mein Verständnis, wie wichtig zugängliche Orte für den Gemeinsinn lokalen Lebens sind. Themen wie soziale Ungleichheit und Diskriminierung prägten mich früh und führten mich schließlich zum Studium der Soziologie und Psychologie über Freiburg nach Jena. Schon während meines gewerkschaftlichen Engagements und meiner wissenschaftlichen Arbeit zu Sorgebeziehungen im Paarkontext bewegte mich die Frage: Wie lassen sich Sorgenetzwerke öffnen und Solidarität langfristig im Alltag verankern?
Solidarität im Alltag verankern
Im Verlauf meines Studiums wurde mir klar, dass ich näher am Menschen arbeiten möchte. Nicht nur, um einen spürbaren Unterschied zu machen, sondern auch, weil ich die Begegnung mit verschiedenen Lebensgeschichten als sehr bereichernd erlebe. Bei der QuartierPflege kann ich all dies zusammenbringen und Solidarität ganz praktisch mitgestalten.
Helmut Thieme
Team QuartierPflege
Ostmensch
Aufgewachsen bin ich in der DDR und von dieser mehr als mein halbes Leben geprägt worden. Ich engagierte mich für dieses Land. Gleichwohl konnte ich es gut Geschichte werden lassen. In Thüringen geboren, fühle ich mich jetzt noch Landschaft und Menschen heimatlich, die Wurzeln spürend, verbunden. 1974 in Leipzig angekommen, schlug ich neue, starke Wurzeln in Sachsen.
Arbeitsmensch
Beeinflusst durch meine Eltern hat Arbeit in meinem Leben einen hohen Stellenwert. Ich bin gelernter Maschinenbauer und studierter und promovierter Arbeitswissenschaftler. Arbeitsprozesse, ihre Analyse und arbeitsteiligen Gestaltung, haben es mir angetan.
In meinem Arbeitsleben, in dem ich viele Jahre freiberuflich tätig war, habe ich Unterschiedlichstes getan: Bildungsbereiche geleitet, Genossenschaften gegründet, Führungskräfte trainiert, Studenten unterrichtet, Teams supervidiert, Existenzgründer beraten, Projekte gemanagt, Workshops moderiert oder Verkaufskräfte getestet.
Gemeinschaftsmensch
Ich liebe das Alleinsein, um bei mir anzukommen. Aber noch mehr mag ich das Miteinander und das Erleben von mir darin. Da habe ich meine Kinder mit ihren Familien samt 6 wunderbarer Enkelkinder. Da ist die starke herkunfts–familiäre Bindung zu meiner Schwester. Da sind die Freunde, die sich finden, wenn sie sich brauchen. Da ist die von mir so gemochte, von Wertschätzung und gegenseitiger Ergänzung getragene Teamarbeit. Und schließlich sind da die mehr oder weniger fremden Menschen, auf die ich so gern zugehe.
Menschen, die den Verein mit geprägt haben
Neben den derzeit aktiv Beteiligten haben einige Menschen die Entstehung und die Entwicklung des Vereins stark mit geprägt:
Anna Andres
Gestaltungsräume
Aufgewachsen am Rand des Nordschwarzwalds, spielt die Natur bis heute eine wichtige Rolle in meinem Leben. Nach meinem dualen Studium der Sozialen Arbeit mit den Schwerpunkten Elementar- und Bewegungspädagogik sowie einer Weiterbildung in der internen Evaluation des Berliner Bildungsprogramms für Kindertagesstätten arbeitete ich zunächst drei Jahre im KiTa-Bereich, bevor ich meinen Schwerpunkt in das Projektmanagement von KiTa-Gründungen verlagerte.
Kleingarten-Kita
Als Projektmanagerin des Pilotprojekts Kleingarten-KiTa begleitete ich die Entwicklung neuer Standorte und die Konzeption naturpädagogischer Bildungsräume für Kinder in Krippe, Kindergarten und Schulkindbetreuung.
Katharina Wilke
Normal ist doch langweilig
Schon als Kind fühlte ich mich mit Einheitstümelei unwohl und mein Gerechtigkeitssinn schlug mich immer auf die Seite der Underdogs, der Misfits, all der spannenden Menschen, gegen die in unserer Gesellschaft Mauern gebaut werden. Nicht zuletzt durch meine eigenen Erfahrungen mit Marginalisierung habe ich es mir daher zur Lebensaufgabe gemacht, diese Mauern abzubauen. Stein um Stein.
Krisenfest
Menschen, die mir nahestehen, bezeichnen mich als ehrlich, loyal und unvoreingenommen, und das deckt sich gut mit meinem Selbstbild. Selbst um Hilfe zu bitten habe ich erst spät gelernt, deshalb ist es mir wichtig, niedrigschwellige Unterstützungsangebote strukturell in der Gesellschaft zu verankern.
Exil-Wessi
Nach vielen Stationen in der Bundesrepublik und in meinem Lebenslauf habe ich mich zur Familiengründung gezielt für Leipzig entschieden. Die Stadt hat mich politisiert und mein aktives soziales Engagement entfacht. So folgte bald der Wunsch, auch beruflich irgendetwas mit (Gemein-)Sinn zu tun.
Anna Gussone
Vielfältige Wege beschreiten
Aufgewachsen in Ost-Berlin, mit Stationen in Altamira de Biolley (Costa Rica), Lüneburg, Hamburg und Lima (Peru), bin ich im Leipziger Osten gelandet. Zwischendrin habe ich Umweltwissenschaften und Geografie studiert. Seit Langem treiben mich Fragen um gesellschaftlichen Wandel und sozio-ökologische Transformationen um. Am liebsten bin ich an der Schnittstelle von Wissenschaft, zivilgesellschaftlichem Engagement und Politik unterwegs.
Nachhaltiges Miteinander
Mit meinen vielfältigen Erfahrungen und Interessen bin ich in Richtung eines sozial- und ökologisch-nachhaltigem Miteinanders unterwegs. Ich engagiere mich in verschiedenen Initiativen und Gruppen, z.B. zu Themen wie Ernährung & Landwirtschaft, Wohnen, Bildung und nun Gesundheit & Pflege. Die Vernetzung untereinander und das Verknüpfen unterschiedlicher Gruppen und Themenbereiche sind meine Ansatzpunkte hin zu einer gestärkten Zivilgesellschaft.
Barbara Rucha
Begegnung mit dem Fremden auf eigene Weise
Dieses Thema Ihrer Dissertation in Musikethnologie ist gleichzeitig ihr Lebensmotto. Geboren 1972 in München ging sie zum Dirigierstudium nach London, St. Petersburg und Dresden und widmete sich der Musikethnologie in Paris, Cambridge und Berlin. Je mehr sie sich mit musikalischen Kulturen aus aller Welt beschäftigte umso mehr begriff sie auch ihre eigenen musikalischen und kulturellen Prägungen.
Grenzübergreifend daheim in Leipzig
Seit über 10 Jahren lebt sie mit ihrem Mann und ihren vier Kindern in Leipzig. Beruflich ist sie immer noch viel unterwegs, ob als Dirigierprofessorin, Gastdirigentin, Komponistin oder Buchautorin.
Vor allem aber will sie Menschen durch die Musik zusammenbringen. Deshalb widmet sie sich mit Leidenschaft musikalischen und theatralen Projekten, die Brücken bauen zwischen Profis und Laien, Alten und Jungen, Einheimischen und Menschen aus aller Welt.
Sarah Strulik
Zwischen Fernweh und Heimweh
Aufgewachsen zwischen Feldern und Wäldern im schönen Sachsen-Anhalt hat mich genau diese vermeintliche Idylle irgendwann erdrückt. Oftmals zu laut und bunt für diese Orte habe ich mit 18 Jahren das Weite gesucht und bin nach Potsdam/Berlin gegangen. Immer auf der Suche zog es mich 6 Jahre später zurück nach Leipzig.
Stillstand
Beruflich hat es mich immer wieder in Führungspositionen gezogen. Ich wollte die Verantwortung für Menschen übernehmen, wollte eigenständig Entscheidungen treffen und bin bereits nach kurzer Zeit oftmals an Grenzen gestoßen.
Geboren werden
Mit meiner Agentur WEARESILK bin ich den einen Meter weiter gegangen und führe nun seit einem Jahr eine digitale Agentur mit Herz. Ich möchte anderen Mut machen, möchte Arbeitsplätze schaffen, die auf Gleichberechtigung basieren. Setze mich mit Herz und Verstand für das Gute ein.
Seit 2 1/2 Jahren bin ich auch Mama. Die Prioritäten haben sich verändert. Ich gehe mutiger und stärker, aber auch weicher als je zuvor durch das Leben. Diversität, Gleichberechtigung und Fortschritt spielen in meinem privaten, aber auch beruflichen Alltag eine große Rolle.
Lea Wagner
Sinnvolle Tätigkeiten ausüben
Born and raised in Leipzig, zog es mich auch nach längeren Auslandsaufenthalten immer wieder zurück an dieses schöne Fleckchen Erde. Ich schloss mein Bachelor an der Universität Leipzig ab und kann nun einen geisteswissenschaftlichen Abschluss ohne berufliche Perspektiven, dafür aber viele prägende interkulturelle Erfahrungen vorweisen.
Etwas verloren und von meinem Abschluss desillusioniert, erkundete ich die Gegend und wirkte bei diversen interkulturellen Projekten mit. Dort schafften es Inhalt statt Form, Nähe statt Theorie und die Begegnung mit Menschen in der täglichen Arbeit mir das zu geben, was ich stets vermisste: sinnvolle Aufgaben, die ich mit Liebe zur Sache angehen konnte.
Arbeit mit Menschen
Jetzt habe ich meinen Platz im sozialen Bereich gefunden, was mir als sehr logische Konsequenz erscheint. Aktuell absolviere ich einen berufsbegleitenden Master in Sozialmanagement und arbeite im Management sozialpädagogischer Projekte in Leipzig.
Markus Ostermair
Brüche gestalten
Markus wurde 1981 in einem kleinen Dorf in Oberbayern geboren. Schulabbruch aus Mangel an Motivation. Abbruch der Karriere als Kaufmann aus Einsicht, dass es in der Wirtschaft kein richtiges Leben gibt.
Lehrer und Romanautor
Studium des Lehramts für Deutsch und Englisch nebst Arbeit mit Obdachlosen und Organisation von HC-Punk-Konzerten im Kafe Kult in Oberföhring (www.kafekult.de). 2020 erschien sein Debütroman „Der Sandler“, der die Parallelwelt der Obdachlosen beschreibt und ein Spiegel-Bestseller wurde.
Henrik Meyer
Politik-junkie
Henrik ist, na ja, so eine Art Politik-Junkie, süchtig nach Informationen, Wissen und regem Meinungsaustausch. Er schreibt auf www.echtpolitisch.de seinen eigenen Blog, der zur politischen Diskussionen einladen soll.
Diskussion und Widerspruch
Meinungsvielfalt und Pluralismus werden gerade in diesen Tagen immer häufiger mit Füßen getreten. Politik aber lebt von Diskussion und Widerspruch, von Neugierde und Offenheit, von Überzeugungen und Engagement. Was wir gar nicht brauchen ist Apathie, Zynismus oder Intoleranz. In diesem Sinne… let’s discuss!
Serra Al-Deen
Beste und fetzige Orte
Geboren und aufgewachsen bin ich in Heidelberg. Ich wohnte auf dem Emmertsgrund, vermeintlich der soziale Brennpunkt der Stadt. Viele arme Menschen, viele Migrant:innen, aber etwas weiter raus auch richtig reiche Leute, die die in der Nähe der Weinberge wohn(t)en. Und ein bisschen Wald nicht weit. Das ist der Stadtteil, den Saša Stanišić in "Herkunft" beschreibt. Ich finde es ist einer der besten Orte überhaupt. Und Kurdo kommt von dort.
Mit 19 zog ich nach Münster, NRW um Arabistik und Anglistik zu studieren. Ich bin bis heute ein großer NRW-Fan. Außerdem gab es ein Auslandssemester in Mumbai. Dort fetzt die Uni noch so richtig, ich erlebte dort mein politisches Erwachen.
Dolmetschen, Übersetzen und Schreiben
Nach Münster ging es weiter nach Leipzig, dort studierte ich Konferenzdolmetschen und Übersetzen und fing im Rahmen des Autor:innenkollektivs PMS postmigrantische Störung das Schreiben an. Ich schreibe am liebsten über das Viertel rund um die Eisenbahnstraße, auch ein sozialer Brennpunkt, auch einer der besten Orte überhaupt.
Tanja Tippmeier
Team Kleingarten-Kita
Erzieherin und Sozialpädagogin
Aus dem Münsterland kommend kam ich über „Umwege“ über Fuerteventura, Mallorca und Heidelberg 2001 nach München, wo ich heute lebe und als Erzieherin und Sozialpädagogin in der Aus-, Fort- und Weiterbildung von Mitarbeiter*innen sowie der Begleitung, Beratung und Unterstützung von Leitungen und Trägern von Kindertageseinrichtungen tätig bin.
Vielfältige Stationen
Mein Glück, sage ich heute, ist, dass ich fast alle Stationen, die es u.a. in der Landschaft der Kindertageseinrichtungen gibt, einmal durchleben durfte und aus jeder etwas Positives mitnehme. Jede Station hat mich in irgendeiner Weise geprägt. Und darüber bin ich sehr froh. Meine Erfahrungen aus den Stationen der Erzieherin vor Ort, der Leitung von Kindertageseinrichtungen sowie als Trägervertreterin bringe ich sehr gerne in neue Projekte ein.
Dozentin und Referentin
Hinzu kommt meine Dozenten- und Referententätigkeit, die es mir ermöglicht Menschen an neue Themen heranzuführen, sie zu begeistern, zusammenzuführen und gemeinsame Wege zu finden.
Jelena Kecman
Nähe und Distanz
Geboren und aufgewachsen bin ich in Serbien - in einem Land, in dem soziale Nähe im täglichen Miteinander einen hohen Stellenwert hat, in dem alle Gefühle, seien sie positiv oder negativ, offen gezeigt und gelebt werden. Ich beendete mein Studium der Agrarwissenschaften und begann an der Uni zu arbeiten. Analysieren, hinterfragen, nach Lösungen suchen war immer mein Ding. Jedoch engten mich die Uniformität der Gesellschaft und mangelnde Meinungsfreiheit sehr ein. Ich verfolgte meine wissenschaftliche Karriere daher in Deutschland weiter.
Immer was Neues
Ich lernte dabei wunderbare Menschen kennen, hatte Begegnungen, die mich zutiefst berührten. Die ehrenamtliche Arbeit im Kinder- und Jugendhospiz stillte mein Gemeinschaftsbedürfnis und half mir, in einer Welt des Überflusses den Fokus für das Wesentliche nicht zu verlieren. Diese Tätigkeit hat sicher wesentlich dazu beigetragen, dass ich mich beruflich neu orientierte.
Nun mache ich etwas, hinter dem ich als Mensch voll und ganz stehen kann und die Möglichkeit habe, mich immer wieder neuen Herausforderungen zu stellen und als Mensch über meine Grenzen hinauszuwachsen.
Sophia Bredl
Blick für das Verbindende
Aufgewachsen in einer brandenburgischen Kleinstadt, zwischen Wald und Großstadt, geprägt vom gesellschaftlichen Wandel, entwickelte sich früh ein Blick für Gegensätze. Die Stille der Natur und die Dynamik der Stadt, das Vertraute und das Neue – sie schärften den Blick für Übergänge. Das Wesentliche lag im Unausgesprochenen, im Zwischenraum, der sich jenseits von Gegensätzen öffnete. Mein Weg führte mich durch unterschiedliche Regionen – von der Küste bis in die urbanen Zentren. Überall traf ich auf Vielfalt. Doch was mich an allen Orten verband, war nicht das Offensichtliche, sondern das, was zwischen den Worten und Gesten lag. Es waren die leisen, ungesagten Momente, in denen sich wahre Verbindungen zeigten – über die Unterschiede hinweg, die uns trennen.
Pflege als Brücke zwischen Menschen
In der Pflege zeigt sich, wie wertvoll genaues Hinsehen und Zuhören sind. Als Gesundheits- und Krankenpflegerin in der Akut- und Langzeitpflege wurde deutlich: Beziehung entsteht dort, wo Menschen wahrgenommen werden. Pflege bedeutet mehr als Versorgung. Sie lebt von Präsenz und der Fähigkeit, in stillen Momenten Nähe zu schaffen. In diesen Momenten offenbaren sich die leisen Gesten, die über Worte hinausgehen.
Diese Haltung prägt meine Arbeit bei QuartierPflege. Hier entstehen Räume, in denen Nachbarschaft nicht nur besteht, sondern aktiv gestaltet wird. In dieser Haltung wird Pflege zu einem sozialen Miteinander, das trägt, verbindet und stärkt
Cornelius Nohl
Lebensperspektiven
Nach dem Studium sowie einigen Jahren Gründungs- und Konzernerfahrung, möchte ich mir klar darüber werden, für welche Ideen ich brenne und für welches Thema ich mich in den nächsten Jahren engagieren will. Letztlich geht es mir um zwei Fragen: Wie möchte ich leben? Und: Wie möchte ich arbeiten?
Unkonventionelle treffen
Dazu werde ich Menschen treffen, die mit den vorherrschenden Konventionen brechen, um unsere Gesellschaft aktiv mitzugestalten. Ich will verstehen, was diese Musterbrecher motiviert, was ihre Treiber sind und woraus sie die Kraft ziehen, sich unermüdlich für eine lebenswertere Gemeinschaft einzusetzen.
Gesellschaft Neu denken
Anfangen werde ich mit Sozialunternehmern, da sie versuchen Wirtschaft neu zu denken und auf innovative Weise Gesellschaft zu gestalten. Daneben möchte ich auf Menschen treffen, die neue Formen des Zusammenlebens ausprobieren, wie beispielsweise in Ökodörfern oder Baugemeinschaften. Aktuell ist Cornelius für www.arrivalaid.org unterwegs.
Paula Schieferecke
Musik und Gesellschaft
Geboren in einer Kleinstadt in westfälischen Gefilden, begab sich Paula nach dem Abitur zunächst nach Saarbrücken, um sich dort dem Studium des Violoncellos und seiner Welt zu widmen.
Stets von der Liebe zur klassischen Musik getrieben, drängte sie jedoch immer mehr die Frage nach der Bedeutung derselben in unserer heutigen und zukünftigen Gesellschaft. So begann sie schließlich ein Lehramtsstudium, um jungen Menschen Zugänge zu diesem Genre zu schaffen und das Potenzial von Musik für eine lebendige Gemeinschaft zu nutzen.
Neues wagen
Auf der Suche nach Verknüpfungspunkten von Musik und Menschen begegnet sie gerne neuen Ideen und Konzepten – auf der Bühne im Theater, bei Kammermusikprojekten oder als cellistische Moderatorin bei Diskussionsveranstaltungen
