Was tun Nachbarschaftshelfer:innen?

Ziel der Nachbarschaftshilfe ist es, pflegende Angehörige oder vergleichbar nahestehende Personen zu entlasten und pflegebedürftige Personen zu unterstützen.

Dazu zählen Angebote zur Unterstützung im Alltag. Also Beschäftigungsangebote, Betreuungsangebote und Entlastung im Alltag. Wichtig ist dabei eine aktivierende Begleitung, statt einer passiven Beaufsichtigung.

Ziel der Nachbarschaftshilfe ist eine selbständige Lebensführung zu erhalten, wobei die vorhandenen Kompetenzen der Pflegebedürftigen aktiviert und wenn möglich gestärkt werden sollen. Dazu zählt die Stärkung der Mobilität genauso wie die Förderung geistiger Fähigkeiten.

Nachbarschaftshelfer:innen sollen pflegende Angehörige entlasten und ihnen Freiräume in der Betreuungsarbeit bieten bzw. sichern helfen.

Beispiele aus der Praxis:

  • die gehbehinderte Dame zum Arzt begleiten,

  • mit dem pensionierten Apotheker Wiesenblumen bestimmen,

  • mit der an Demenz erkrankten Nachbarin ein Gespräch über frühere Zeiten führen,

  • mit dem Kirchgemeindemitglied zusammen den Gottesdienst besuchen,

  • gemeinsam Zeitung oder Bücher lesen,

  • den älteren Herrn im Rollstuhl beim Einkaufen unterstützen,

  • den geistig behinderten jungen Mann zu seinem Freizeit-Kurs bringen,

  • das körperbehinderte Mädchen bei einem Stadtbummel begleiten,

  • den Garten der hochbetagten alten Dame in Ordnung halten,

  • mit dem an Demenz erkrankten Herrn sein früheres Hobby wieder in Erinnerung bringen,

  • mit der leicht verwirrten Dame gemeinsam ein Mittagessen planen, zubereiten und genießen,

  • die Wohnung der gehbehinderten Frau sauber machen,

  • dem Witwer beim Wäsche waschen und bügeln helfen,

  • die Eltern eines behinderten Kindes bei der Hauswirtschaft unterstützen.

Titel: Klatsch mit den Nachbar:innen ©Florian Kiel

Titel: Klatsch mit den Nachbar:innen ©Florian Kiel

Grundpflege ist in den bestehenden Pflege-Netzwerken in Sachsen kein Angebot der Nachbarschaftshilfe. Das ist in der jetzigen Form der Nachbarschaftshilfe aus unserer Sicht auch richtig so, weil

  • die Schulungsangebote nicht intensiv genug sind,

  • die Bezahlung von in der Regel 10 Euro pro Stunde zu gering ist und

  • die Nachbarschaftshelfer:innen allein agieren, also weder Supervision, fachliche Begleitung, eine Teamstruktur oder ähnliches haben. Daher ist die Qualität der bisherigen Nachbarschaftshilfe sehr schwer einzuschätzen.

Wenn Nachbarschaftshelfer:innen besser ausgebildet würden, sie in einer Teamstruktur arbeiten würden und von Fachkräften angeleitet würden, könnte unser Ansicht nach auch Grundpflege integriert werden.

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