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Alltagsrassismus in der Schule

Ein Theaterstück für Kinder und Jugendliche im Leipziger Umland

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Kreatives Schreiben

Gemeinsam und mit den Frauen aus dem Kreativ-Schreiben-Kurs (Herbst 2017) von PS - Politisch Schreiben: Anmerkungen zum Literaturbetrieb bringen wir ein Kindertheaterstück zum Thema „Alltagsrassismen“ zur Aufführung an sächsischen Schulen im Leipziger Umland.

Während des Kurses im Herbst 2017 kristallisierte sich sehr bald das Interesse der Frauen für Kindergeschichten heraus. Speziell der Rassismus, dem ihre eigenen Kinder in der Schule ausgesetzt sind, beschäftigte die Frauen, so dass sie vornehmlich Geschichten eben darüber schrieben. Diese Geschichten waren sehr dialogreich, woraus in gemeinsamer Arbeit ein szenischer Text konzipiert wurde, der nicht nur an Theatern sondern auch an Schulen gelesen werden kann.

Selbsthilfe und Selbstbestärkung

Einerseits erweitern die Frauen im Rahmen dieses Projektes ihre eigenen Sprach- und Ausdrucksmöglichkeiten. Sie lernen ihre Erzählungen und Dialoge für eine Bühnenform zu adaptieren, um sie dann auch vorzutragen. Andererseits verhilft die Aufarbeitung des Themas „Rassismus an Schulen und im Alltag von Kindern mit Migrationshintergrund“ allgemein zu mehr Sichtbarkeit.

Die Tatsache, dass sich während des Kreativ-Schreiben-Kurses in Borna eine feste Gruppe interessierter Frauen gebildet hat, ist eine wichtige Voraussetzung für dieses Projekt. Somit wurden die jeweiligen Kompetenzen aber auch Einschränkungen bereits ausgelotet und die Idee für das Projekt entstammt den konkreten Wünschen der Frauen. Zu erkennen, dass es möglich ist, sich auch in einer Sprache selbstbewusst auszudrücken, die frau nicht perfekt beherrscht, steigert das Selbstwertgefühl und somit auch die Zuversicht, in diesem „Zweitland“ beruflich Fuss fassen zu können.

Gegenseitigen Respekt zollen

Für die eigenen Kinder eine Umgebung des gegenseitigen Respekts zu etablieren, ist ein überaus guter Motivator. Und die Präsentation eines Stückes – geschrieben und konzipiert von geflüchteten Frauen und Frauen mit Migrationshintergrund – für Kinder, mit der inhaltlichen Absicht Alltagsrassismen sichtbar und besprechbar zu machen, ist die Art von Kunst, die in Sachsen wichtiger werden muss.

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Forum-theater an Sächsischen Schulen

Im Forum-Theater stellen wir den Schüler:innen eine Szene vor, die schlecht und unbefriedigend endet. Ein Joker (eine Spielleiterin) ermutigt das Publikum, die dargestellte Szene im Dialog zu einem besseren Ende zu bringen.

Im Forum-Theater werden vor allem durch zugespitzte Modellszenen Fragen aufgeworfen. Die Schüler:innen können sich in die dargestellten Szenen einwechseln und die Schauspielenden, die Schwache, Diskriminierte oder Benachteiligte spielen oder ersetzen.

Dabei geht es um die Antworten auf Fragebeispiele: Was würde ich in der dargestellten, gespielten Situation tun? Wie können wir durch unsere Ideen und unser Handeln die Szenen verändern?

Erster Teil (25.09.2019)

Zehn Frauen kamen zu dem Workshop, der in den Räumlichkeiten von Bon Courage in Borna stattfand. Der Großteil war aus Afghanistan. Eine Frau aus Syrien und zwei aus Pakistan. Es galt sich erstmal kennenzulernen, das Vorhaben zu spezifizieren.

Mit Techniken aus dem Forum Theater nach Augusto Boal wurden von den Teilnehmerinnen Szenen entwickelt und direkt im Anschluss erste Spielversuche ausprobiert.

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Zweiter Teil (30.10.2019)

Weiter gehen soll es mit der Aneignung konkreter Forum-Theater-Techniken, wodurch das Publikum in die Gestaltung der Szenen mit einbezogen wird. In die Szenen soll eingegriffen werden können, um sie im Hinblick auf ein befriedigenderes Ergebnis zu verändern.

Die Arbeit mit Kindern zwischen 8 und 12 Jahren soll im Rahmen des zweiten Teils ebenfalls diskutiert werden.

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Dritter Teil (13.11.2019)

Im letzten Teil der Workshopreihe werden Szenen festgelegt, die in Schulklassen gespielt werden sollen. Die Vorbereitung auf die Arbeit mit Schulklassen wird konkretisiert.

Projektleiterinnen

Kaśka Bryla ist freie Autorin und Lektorin. Sie unterrichtet kreatives Schreiben und ist Redakteurin der Literaturzeitschrift PS – Politisch Schreiben.

Julia Klink arbeitet als Theaterpädagogin und Dozentin an der Fachhochschule Diploma.