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Chöre in Sachsen – eine erhaltenswerte Tradition

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„Singen im Chor – das heißt zuhören, verstehen und Freude geben in einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten. Im Chor setzt sich jedes Mitglied für das gemeinsame Erlebnis ein – und zum Lohn gibt es Applaus“, heißt es auf der Webseite des Chors der Bergstadt Altenberg. Hinzukommt, dass Sachsen insgesamt über traditionsreiches Liedgut verfügt, dass die Menschen, mit der Region und Natur seit jeher verbunden hat.

Aber auch „an der Gränz vo Sachsn, wu de Schwarzbeer wachsn“, um aus einem dieser Lieder zu zitieren, macht die Urbanisierung und die Überalterung des ländlichen Raums nicht halt. Deshalb gilt es, innovative Handlungskonzepte für die Zukunft zu erarbeiten und Maßnahmen zu ergreifen, um die Kulturtradition der Region zu bewahren und einem Chorsterben bzw. altern auf dem Land entgegen zu wirken. 

Deshalb setzen wir es uns zum Ziel, in einem Pilotprojekt Maßnahmen zum langfristigen Erhalt einer vitalen Chorstruktur im ländlichen Raum zu erproben. In Zusammenarbeit mit dem Sächsischen Chorverband haben wir uns auf verschiedene Maßnahmen verständigt und testen diese gemeinsam mit den Chören vor Ort.

Wir möchten

  • die öffentliche Präsenz erhöhen,

  • das Musik-Repertoire erweitern

  • Stimmbildung fördern,

  • Nachwuchs für den Chor interessieren,

  • neue Chorleiter gewinnen und

  • die finanzielle Basis stärken.

Es ist unsere Überzeugung, dass uns dieses Pilotprojekt erlaubt herauszufinden, wie die kulturelle Arbeit der Chöre in der Fläche bestmöglich unterstützt und aktiviert werden kann. Den Erfolg der einzelnen Maßnahmen werden wir in Zusammenarbeit mit den Chören auswerten und daraus ein Handlungskonzept für die sächsische Chorlandschaft in der Fläche herleiten. Ein Fachkonzept von Chören für  Chöre ist das Ziel, um von innen heraus die Kompetenzen zu stärken, damit die Chorlandschaft in Sachsen ihren wertvollen Beitrag für die Gemeinschaft in der Fläche weiterhin gut leisten kann.


Beteiligung von 24 örtlichen Chorgruppen

Es haben sich von den knapp 300 Chören, die im sächsischen Chorverband organisiert sind, mehr als 10 Prozent beteiligen wollen. Mit 24 von Ihnen erproben wir im Rahmen des Projektes einzelne Maßnahmen in den oben genannten sechs Themengebieten.

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Warum beteiligen sich die Chöre?

Wann gab es schon einmal die Möglichkeit, gleichzeitig mit anderen Chören neue Lösungsansätze für die Herausforderungen des Chöre-Alltags zu erproben und direkt von einander zu lernen?

Versierte Fachleuten stellen kostenlos Know-how zur Verfügung, das die Gestaltung des eigenen Chorlebens nachhaltig zum Positiven verändern könnte.

Mit der Beteiligung profitieren die Chöre direkt von der Förderung des Freistaats Sachsen. Die Ergebnisse kommen nach der Auswertung des Projektes allen Chören des Landes Sachsen zugute.

Sind die Verbände eingebunden? 

Der sächsische Chorverband und seine Untergliederungen sind unsere Partner, mit denen wir im engen Austausch stehen. Die Maßnahmenbündel sind durch Interviews mit Präsidiumsmitgliedern, Chorleitern und Sängern auf Sachsen zugeschnitten worden. 

Als Projekt im Rahmen des Landesförderprogramms „Demografie Sachsen“ wird diese Maßnahme auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushalts aus Steuermitteln finanziert.

Welchen Einfluss hat der einzelne Chor? 

Für Chöre, von Chören: jeder beteiligte Chor wirkt über direkte Mitsprache bei der Projektgestaltung und -umsetzung mit. Wir wollen mit den Chören und ihrem Verband zusammen Lösungen für die drängendsten Anliegen finden.

Wieviel Zeiteinsatz wird von den Chören gefordert?

Wir planen ein oder zwei Besuche vor Ort á zwei bis drei Stunden, in denen wir die Maßnahmen erläutern bzw. an die Gegebenheiten vor Ort anpassen. Die Maßnahmen sind so konzipiert, dass diese im Anschluss im Chor selbständig bzw. in Telefonabsprache mit dem Projektteam umgesetzt werden können. Von August 2018 bis Februar 2019 sind insgesamt 40 Stunden einzusetzen. Die Aufgaben können im Chor frei verteilt werden und sind zeitlich flexibel umsetzbar.

Warum macht die Gesellschaft für Gemeinsinn so ein Projekt? 

Wir verstehen uns als eine gemeinnützige Plattform für Menschen, die ihre beruflichen Kompetenzen auch in sozialen Projekte einbringen und professionell anwenden wollen.  Dr. Barbara Rucha und Dr. Florian Kiel entwickeln in der gemeinsamen Arbeit mit den Chören sowie dem Verband neue Perspektiven und sind damit ein Sparringspartner für die Chöre vor Ort mit ihrer jeweiligen Tradition und Ausrichtung: zuhören, aufnehmen und gemeinsam neue Impulse setzen - darum geht es! 


Ausarbeitung des Fachkonzeptes

Aus der direkten Arbeit mit den Chören bzw. der Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen gewinnen wir Einsichten in die Probleme und Erfolge vor Ort. Wir sehen, welche Methoden greifen, wie das Chorleben sich verändern kann und mit welchen Schwierigkeiten Vorstände und Chorleiter in ihren Gemeinschaften zu kämpfen haben bzw. wo die Gruppe sich erfolgreich gegenüber Neumitgliedern öffnet und vitalisiert. Diese Erkenntnisse fließen ein in das Fachkonzept, welches wir bis Februar 2018 fertigstellen.